Suche auf bibliotheksportal.de
 

Bibliotheksarbeit für besondere Benutzergruppen

"Soziale Bibliotheksarbeit" für besondere Benutzergruppen

Unter "Bibliotheksarbeit für besondere Benutzergruppen" wird heute eine besondere Form von bibliothekarischen Dienstleistungsangeboten verstanden, die sich an Menschen wendet, die in spezifischer Weise benachteiligt sind oder sich in besonderen Lebenssituationen befinden.

Vielfach wird als Synonym der Begriff "Soziale Bibliotheksarbeit" verwendet, der durchaus noch zutreffend ist, aber in Fachkreisen etwas aus der Mode gekommen ist.

Die soziale Bibliotheksarbeit zählt zu den bibliothekarischen Arbeitsbereichen, die seit Beginn der 1990er Jahre von den Einsparungen der öffentlichen und kirchlichen Träger besonders hart getroffen worden sind. In jüngster Zeit scheint dank der Aufwertung multikultureller und demografischer Themen in Politik und Gesellschaft dieser Sektor wieder an Bedeutung zu gewinnen. Fachleute fordern inzwischen, die wachsende Akzeptanz dieser Bibliotheksarbeit durch eine verbesserte Finanzförderung flächendeckend zu forcieren.

Ergänzend zu den seit Jahrzehnten bestehenden Blindenbibliotheken und den Patientenbibliotheken in Krankenhäusern wurde in den 1970er Jahren zunächst der "Bücherdienst auf Rädern" Teil der sozialen Bibliotheksarbeit im engeren Sinne, bei dem Buchlieferungen für körperlich und geistig Behinderte nach Hause gebracht wurden.

Etwas später kam die Literaturversorgung von Gefängnisinsassen in Justizvollzugsanstalten hinzu. Heute haben sich Begriff und Aufgabenfeld deutlich erweitert: Zu den Menschen in besonderen Lebenssituationen zählen zunehmend auch Senioren, sozial Benachteiligte und Menschen mit Migrationshintergrund, denen bibliothekarische Dienste und situationsgerechte Medienangebote bedarfsgerecht unterbreitet werden.