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Mit einem Klick zum Volltext - die Elektronische Zeitschriftenbibliothek

Mit der Elektronischen Zeitschriftenbibliothek (EZB) hat die Universitätsbibliothek Regensburg bereits 1997 einen innovativen Service für die Nutzung elektronischer Zeitschriften geschaffen, der stetig weiterentwickelt wird und inzwischen in einer großen Anzahl von wissenschaftlichen Bibliotheken und Forschungseinrichtungen im In- und Ausland im Einsatz ist.

Elektronische Zeitschriftenbibliothek (EZB)

Die Elektronische Zeitschriftenbibliothek ist ein Internetdienst, der eine komfortable, schnelle und fachlich strukturierte Nutzung wissenschaftlicher Online-Zeitschriften ermöglicht. In einer einheitlichen, verlagsübergreifenden und klar strukturierten Benutzeroberfläche bietet die EZB ein umfangreiches Titelspektrum an. Mit bald 44.000 verzeichneten Titeln, davon fast 5.500 reine Online-Zeitschriften (Stand: Februar 2009), ist sie die weltweit umfangreichste Datenbank für elektronische Zeitschriften im Wissenschaftsbereich. Neben der Suche nach einzelnen Zeitschriftentiteln ist bei den Nutzern vor allem auch das Blättern in alphabetischen und fachlichen Listen sehr beliebt. Ein Klick auf einen in der EZB enthaltenen Zeitschriftentitel führt direkt zur Homepage dieser Zeitschrift und schließlich zu den Aufsätzen, sofern Zugriffsrechte für die Nutzung der Volltexte vorhanden sind. Die Inhalte der Journale sind allerdings nicht in der EZB, sondern auf den Server der Zeitschriftenanbieter gespeichert.

Grünes Licht für 21.500 kostenlose Online-Zeitschriften

Durch verschieden farbige Ampelsymbole gibt die Elektronische Zeitschriftenbibliothek Auskunft darüber, ob die Aufsätze im Volltext genutzt werden können. Dieses Präsentationssystem der Zugriffsrechte ist ein besonderes Markenzeichen der EZB. Durch die Ampelfarbe erfahren die Nutzer auf einen Blick, ob sie die Aufsätze einer Zeitschrift im Volltext nutzen können. Mit grüner Ampel markierte Zeitschriften bieten Volltexte für jeden Interessierten kostenlos an. Mit fast als 21.500 Titeln (Stand: Februar 2009) verzeichnet die EZB ein äußerst umfangreiches Angebot an kostenfrei zugänglichen Zeitschriften. Eine gelbe Ampel erhalten Zeitschriftentitel, wenn Bibliotheken, die an der EZB teilnehmen, Zugriffsrechte erworben haben. Rot markierte Titel sind nicht lizenziert und können deswegen nicht im Volltext genutzt werden. Es stehen in der Regel jedoch Inhaltsverzeichnisse und oftmals auch Abstracts kostenfrei zur Verfügung.

Nachweis und Verwaltung von DFG-Nationallizenzen in der EZB

In die EZB intergriert sind auch die die mit Mitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanzierten Nationallizenzen für Zeitschriftenarchive. Mittels spezieller Funktionen können die über Nationallizenzen verfügbaren elektronischen Zeitschriften schnell allen EZB-Teilnehmerbibliotheken für die Nutzung bereit gestellt werden. Wissenschaftlern, Studierenden und wissenschaftlich interessierten Privatpersonen in Deutschland wird so der kostenlose Zugang zu wichtigen Datenbanken, digitalen Textsammlungen und elektronischen Zeitschriften ermöglicht.

Die EZB als Nachweisinstrument für Pay-per-View-Angebote von Verlagen

Mit der Änderung des Urheberrechts zu Beginn des Jahres 2008 hat sich für die EZB ein neues Handlungsfeld aufgetan. Durch die Neufassung des § 53a UrhG wurde u.a. der elektronische Kopienversand durch Bibliotheken neu geregelt. Danach ist der Versand einer elektronischen Kopie nur mehr dann zulässig, wenn der Verlag einen Volltext nicht selbst in pay per view anbietet. Der Gesetzgeber verlangt aber, dass dies zu eine angemessenen Bedingungen und offensichtlich geschehen muss. In Zusammenarbeit mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels hat die Universitätsbibliothek Regensburg die EZB als Nachweisinstrument für die Lieferfähigkeit der Verlage für Einzelbestellung von Aufsätzen durch Endkunden etablieren können. Verlage können ihre Pay-per-view-Angebote online eintragen, Endkunden erhalten über eine Erweiterung des "Ampelsystems" den Hinweis auf die kostenpflichtige Abrufbarkeit der Zeitschriften.

Fast 17 Millionen Aufrufe pro Jahr

Die Elektronische Zeitschriftenbibliothek genießt bei ihren Nutzern eine große Akzeptanz. So konnte sie allein im Jahr 2007 knapp 17 Millionen Titelnutzungen verzeichnen. Der Erfolg der EZB beruht neben der hohen Qualität und Aktualität der Daten sowie der starken Nutzerorientierung auch auf ihrer kooperativen Struktur.

EZB - ein kooperativer Bibliotheksservice

Im Februar 2009 wird die EZB in 503 wissenschaftlichen Bibliotheken, Konsortien und Forschungseinrichtungen eingesetzt. Sie ist in nahezu allen deutschen Universitäten und Forschungsinstituten zu finden, darüber hinaus aber auch in Bibliotheken weiterer europäischer Länder sowie in der Library of Congress, der weltweit größten Bibliothek, in den USA.

Für die effiziente Zusammenarbeit der an der EZB beteiligten Partner hat die Universitätsbibliothek Regensburg eine geeignete technisch-organisatorische Infrastruktur geschaffen. Die EZB ist als datenbankbasiertes System realisiert, das einen arbeitsteilig organisierten Betrieb ermöglicht. Die Daten sind zwar zentral in einer Datenbank in Regensburg gespeichert, werden aber dezentral von allen beteiligten Bibliotheken eingegeben und gepflegt. Jede teilnehmende Bibliothek kann ihre Lizenzrechte eigenständig in der EZB verwalten und dadurch ihren Nutzern lokal lizenzierte Zeitschriften zusammen mit frei zugänglichen Titeln unter einer einheitlichen Oberfläche präsentieren.
Nur aufgrund der Zusammenarbeit der zahlreichen Partner ist es möglich, in der EZB einen solch umfangreichen Titelbestand nachzuweisen und ständig aktuell zu halten. Die Kooperation vieler Anwender ist somit ein Garant für die hohe Qualität und Aktualität dieses Dienstes.

EZB - Vernetzung mit anderen digitalen Diensten

Durch aktuelle Weiterentwicklungen wird die EZB in zunehmendem Maße mit anderen digitalen Diensten verknüpft. Sie ist zum Beispiel in das interdiszplinäre Wissenschaftsportal vascoda sowie in mehrere Virtuelle Fachbibliotheken eingebunden. Im Zuge dieser Vernetzung kommt der EZB sowohl beim Nachweis von lokalen Nutzungslizenzen für elektronische Zeitschriften als auch bei der Verknüpfung von der Literaturrecherche mit dem Zugriff auf den elektronischen Volltext eine besondere Rolle zu.

Hierfür hat die Universitätsbibliothek Regensburg einen EZB-Verlinkungsservice entwickelt, der es ermöglicht, die Nutzer von einem Literaturnachweis direkt zu den Volltexten elektronischer Zeitschriften zu führen. Dazu werden dem Benutzer nach einer Literaturrecherche in der Trefferliste Links zur EZB angeboten. Betätigt der Benutzer diesen Link, gelangt er zur EZB und erhält dort die Information, ob er den Aufsatz im Volltext nutzen kann. Dabei werden die lokal von den EZB-Anwendereinrichtungen erworbenen Lizenzen berücksichtigt. Um dem Nutzer den Zugang zum Volltext zu erleichtern, bietet die EZB in vielen Fällen einen direkten Link zum gesuchten Aufsatz an.

Dieser EZB-Verlinkungsservice wird nicht nur im vascoda-Portal, sondern von einer Vielzahl verschiedener Informationseinrichtungen und Bibliotheken in mehr als 40 Informationsdiensten genutzt. So ist er zum Beispiel in mehrere Virtuelle Fachbibliotheken integriert. Darüber hinaus ist er auch in Digitalen Bibliotheken, wie etwa in der DigiBib, in der Regionalen Datenbank-Information Baden-Württemberg (ReDI) oder in einzelnen bibliographischen Datenbanken, im Einsatz. Der EZB-Verlinkungsdienst findet bei Nutzern zunehmend Anklang. Im Jahr 2007 wurde dieser Service in ca. 2,8 Mio. Fällen genutzt.

Darüber hinaus hat die Universitätsbibliothek Regensburg ein XML-Ausgabeformat für die EZB entwickelt, das es erlaubt, die EZB an das Layout von Fachportalen anzupassen und als integrierten Service den Nutzern der Virtuellen Fachbibliotheken anzubieten. Dadurch können die Nutzer der Virtuellen Fachbibliotheken ohne einen Wechsel der Nutzeroberfläche alle Vorteile der EZB nutzen.

Gemeinsame Dienste mit der Zeitschriftendatenbank (ZDB)

Die Zeitschriftendatenbank realisiert den bundesweiten Nachweis gedruckter Zeitschriften. Durch die funktionale Integration von ZDB und EZB kann der Endnutzer nun in einer übergreifenden Recherche Nachweise für Periodika beider Erscheinungsformen - gedruckt und elektronisch - finden. Das Angebot "Journals Online & Print" ermittelt die Verfügbarkeit in Abhängigkeit vom Standort des Nutzers und kann direkt zum elektronischen Volltext leiten bwz. den Standort der gedruckten Ausgabe in der Bibliothek anzeigen.

Darüber hinaus bieten EZB und ZDB einen integrierten Datenlieferdienst an. Regionale und lokale Bibliothekssysteme werden dadurch in die Lage versetzt, ihren Nutzern zusammen mit den bibliographischen Daten vollständige Bestands- und Lizenzinformationen im Bereich Zeitschriften anzubieten.

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Text und Information

Dr. Evelinde Hutzler
info.ezb@bibliothek.uni-regensburg.de