KNB- Kompetenznetzwerk für Bibliotheken

Innen- und Außenansichten von Bibliotheken

Bibliotheken in Deutschland

Bibliotheken in Deutschland - das bedeutet: rund 11.000 Bibliotheken.

Rund 11.000 Bibliotheken sind im Jahr 2008 in der Deutschen Bibliotheksstatistik erfasst worden. Diese Zahl beinhaltet die Zentral- und Institutsbibliotheken sowie Zweigstellen in Stadtteilen. Davon befinden sind ca. 5.500 Bibliotheken in Trägerschaft der Kommunen und Landkreise inkl. 99 mobile Fahr- und ca. 50 Musikbibliotheken, 3.740 Öffentliche Bibliotheken in katholischer und 871 in evangelischer Trägerschaft. 2008 wurden 311 Patientenbibliotheken in Krankenhäusern von der Statistik erfasst.

Die 16 Bundesländer unterhalten rund 30 regionale Landes- und Staatsbibliotheken, 80 Universitätsbibliotheken (mit 500 Institutsbibliotheken), ca. 125 Fachhochschulbibliotheken und zahlreiche wissenschaftliche Spezialbibliotheken.

Der Bund unterhält außerdem rund 50 Parlaments-, Gerichts- und Behördenbibliotheken sowie als bestandsmäßig größte Bibliothek die Deutsche Nationalbibliothek in Frankfurt am Main, Leipzig und Berlin. Zur überregionalen Bibliotheksversorgung tragen außerdem drei zentrale Fachbibliotheken - für Technik und Naturwissenschaften, Medizin und Umwelt sowie Wirtschaft - bei.

Darüber hinaus existiert ein Vielzahl von privat und öffentlich finanzierten Spezialbibliotheken, deren Zugänglichkeit für die Öffentlichkeit unterschiedlich ist.

Das deutsche Bibliothekswesen ist dezentral geprägt.

Bibliotheken werden finanziert und unterhalten von Kommunen und Bundesländern, zum Teil auch von kirchlichen und privaten Einrichtungen sowie Stiftungen. Dezentralisierung prägt das Bibliothekswesen - ein Bibliotheksgesetz, wie inzwischen zwei Dritteln der EU-Staaten üblich oder gar eine zentrale Lenkung durch eine staatliche oder private Institution fehlen.

Diese Situation ist geschichtlich begründet, denn die Zuständigkeit für kulturelle Angelegenheiten, für Wissenschaft und Kunst und für das Unterrichtswesen ist im Wesentlichen den Ländern vorbehalten. An dieser Kulturhoheit haben auch die Gemeinden Anteil. Öffentliche Bibliotheken in Trägerschaft der Kommunen gehören nach wie vor zu den "freiwilligen Aufgaben" der Gemeinden wie z.B. die Unterhaltung von Theatern, Musikschulen, Medienzentren und Museen auch.

Die ersten Klosterbibliotheken in Deutschland stammen aus dem 6. Jh. n. Chr.

Bibliotheken blicken in Deutschland auf eine Jahrhunderte alte Geschichte zurück, die mit den ersten Klosterbibliotheken im 6. Jh. n. Chr. beginnt und über Dom-, Rats-, Adels- und Universitätsbibliotheken, Bücherhallen und Volksbüchereien bis zu den heute üblichen, meist für jedermann zugänglichen Freihandbibliotheken der Gemeinden und Hochschulen reicht.

Die Bibliotheken lassen sich anhand ihrer Funktionen beschreiben.

Bibliothekarische Aufgaben von nationaler Bedeutung nehmen die 2006 umbenannte Deutsche Nationalbibliothek (Frankfurt am Main, Leipzig und Berlin) sowie die Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz in Berlin und die Bayerische Staatsbibliothek in München wahr, hinzu kommen drei Zentrale Fachbibliotheken.

Wissenschaftliche Hochschulbibliotheken, regionale Staats- und Landesbibliotheken dienen vor allem der Forschung und Lehre und wenden sich an Hochschulangehörige und Studierende.

Für die allgemeine Informationsversorgung in den Kommunen sorgen unterschiedlich große Stadt- und Gemeindebibliotheken, die einen wichtigen Beitrag zur Einlösung des Grundrechtes der Bürger leisten "sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten" (GG Art. 5).

Daneben fördern, beraten und unterstützen in den Ländern staatliche Büchereistellen bzw. kirchliche Büchereifachstellen die Arbeit der öffentlichen Bibliotheken vor Ort. Das Informations-, Medien- und Dienstleistungsangebot der Bibliotheken stellt sich den Herausforderungen der modernen Zeit.

Längst gibt es nicht nur Bücher und Zeitschriften, sondern auch CD-Roms, DVDs, Musik-CDs, Videos oder Hörbücher und Spiele in Bibliotheken – mit der wachsenden Vielfalt an gedruckten, virtuellen und digitalen Informations- und Unterhaltungsmedien wird auch der Bibliotheksbestand für den medieninteressierten Menschen immer bunter.

Lesefähigkeit und lebenslanges Lernen, Medienkompetenz und methodische Fertigkeiten zum Recherchieren und kritischem Erkennen wichtiger Informationen sind für den Einzelnen elementare Kulturtechniken, die er zur Bewältigung von Schule und Ausbildung, Berufsleben und Alltagswelt dringend benötigt.

Was früher Wochen dauerte, geht heute blitzschnell - der Elektronik sei Dank: über den deutschen Leihverkehr und verschiedene Dokumentlieferdienste erhält der Besteller nahezu jede gewünschte, am heimatlichen Bibliotheksort ggf. nicht vorrätige Publikation in Papierform oder auf elektronischem Wege vermittelt. Ein Netzwerk von sechs regionalen Verbundzentralen koordiniert den Leihverkehr, sammelt und speichert alle medienbezogenen Bestandsdaten der wissenschaftlichen Bibliotheken und bietet sie per Internet als "Virtuelle Bibliothekskataloge" an.

Die bibliothekarische Fachwelt in Verbänden und Einrichtungen

Bibliothek & Information Deutschland e.V. (BID) mit Sitz in Berlin bildet den gemeinsamen, spartenübergreifenden Dachverband zur Interessenvertretung der bibliotheksbezogenen Verbände und Einrichtungen. Ihm gehören an: Deutscher Bibliotheksverband e.V. (dbv), Berufsverband Information Bibliothek e.V. (BIB), Verein Deutscher Bibliothekare e.V. (VDB), ekz.bibliotheksservice GmbH, Goethe-Institut, Bertelsmann-Stiftung und Deutsche Gesellschaft für Informationswissenschaft und Informationspraxis e.V. (DGI).

Der jährlich vom Verein Deutscher Bibliothekare und dem Berufsverband Information Bibliothek e.V. organisierte Deutsche Bibliothekartag und der im Dreijahresturnus von der BID veranstaltete Deutsche Bibliothekskongress sind die größten zentralen Fachtagungen.

Wichtige Themen, die die Bibliotheken heute und zukünftig beschäftigen, sind beispielsweise die Entwicklung neuer Web-gestützter Dienstleistungen, etwa die Online-Recherche für Privatkunden, kleinere und mittlere Unternehmen oder Standards und Ordnungssysteme für elektronische Publikationen, die Langzeitarchivierung bzw. Digitalisierung von historischen und aktuellen Bibliotheksmaterialien, nachhaltige Initiativen zur Leseförderung und zum lebenslangen Lernen sowie die rechtliche Absicherung der allgemeinen und wissenschaftlichen Informations- und Literaturversorgung aller Bevölkerungsschichten durch Bibliotheken.

Autor des Textes: Jürgen Seefeldt (Stand: Juli 2007)

Jürgen Seefeldt ist Dipl.-Bibliothekar, Standortleiter der Büchereistelle Koblenz im 2004 neu gegründeten Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz, Mitglied des "Berufsverbandes Information Bibliothek e.V." (BIB), geschäftsführendes Vorstandsmitglied im Landesverband Rheinland-Pfalz des Deutschen Bibliotheksverbandes e.V. (dbv), Autor verschiedener Fachliteratur zum Bibliothekswesen, nebenamtlicher Dozent mit Lehraufträgen an der bibliothekarischen Fachhochschule in Köln.


Letzte Änderung: 26.08.2010
Das Bibliotheksportal

ein Angebot des

Deutschen Bibliothekverbandes

Deutschen Bibliotheksverbands

im Rahmen des

Kompetenznetzwerk für Bibliotheken

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als Modul des

Wissenschaftsportal b2i

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gefördert über die

Kultusministerkonferenz

Kultusminister-
konferenz

und die

Deutsche Forschungsgemeinschaft

Deutsche Forschungs- gemeinschaft


Quelle und Verfasser:

"Jürgen Seefeldt/Ludger Syré: Portale zu Vergangenheit und Zukunft – Bibliotheken in Deutschland. Hrsg.: BID. - 2. überarb. Auflage. - Georg Olms-Verlag, 2007."

Autor der Bearbeitung: Jürgen Seefeldt (Stand: Juli 2007)

 


Bibliotheken im Porträt

Porträts ausgewählter Bibliotheken aus ganz Deutschland:
http://www.goethe.de/wis/bib/dos...

 


Dossier: Bildungswesen in Deutschland


 

(Redaktion: ao)