KNB- Kompetenznetzwerk für Bibliotheken |
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Bibliotheken |
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Kinderbibliotheken, Jugendbibliotheken, SchulbibliothekenKinder- und JugendbibliothekenAlle Öffentlichen Bibliotheken, egal in welcher Trägerschaft, schenken der Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen ihre besondere Aufmerksamkeit. Dies wird angesichts der gesellschaftlichen und bildungspolitischen Bedeutung der Bibliotheksarbeit mit Kindern und Jugendlichen umso verständlicher, je mehr solche Kernkompetenzen wie Sprachfrühförderung, Lesen und Textverstehen (Leseförderung) und Medienkompetenz in den Focus der Bildungsarbeit von Kindergärten und Schulen gerückt sind. Nicht zuletzt die für Deutschland erschreckenden PISA-Ergebnisse haben in allen Bundesländern wichtige politische und gesellschaftliche Impulse zur Beseitigung vorhandener Defizite gegeben. Weitaus stärker als jede andere Bevölkerungsgruppe besuchen und benutzen Kinder und Jugendliche eine Öffentliche Bibliothek bzw. Schulbibliothek. Sie treffen in vielen Stadt- und Gemeindebibliotheken auf eine integrierte Kinder- und Jugendbibliothek, zumindest aber auf eine entsprechend gestaltete Abteilung oder Zone innerhalb der Öffentlichen Bibliothek. In einigen Großstädten gibt es von der Zentralbibliothek räumlich getrennte Kinderbibliotheken. Schon seit geraumer Zeit wird das spezielle bibliothekarische Augenmerk auf die Altersgruppe der Vier- bis Zwölfjährigen gelegt und für sie Kinderbibliotheken oder Kinderabteilungen mit altersgerechter Einrichtung und Buch- und Medienausstattung aufgebaut. Eigene Kinderzonen, coole JugendbibliothekenWaren es über Jahrzehnte hinweg räumlich kombinierte "Kinder- und Jugendbibliotheken", die vermischte Buch- und Medienangebote bis zum Jugendlichenalter vorhielten, so geht der Trend der letzten Jahre eindeutig dahin, sowohl für die Kinder (bis 13 Jahre) als auch für die Älteren (ab 14 Jahren) eigene Kinder- bzw. Jugendbibliotheken oder -zonen einzurichten. In ihnen finden die jungen Besucher frei zugänglich neben Büchern und Zeitschriften audiovisuelle und digitale Medien aller Art, vielfach Brettspiele und vermehrt internetfähige PCs zum Kommunizieren, Recherchieren, Lernen und Informieren. Im Rahmen der Programm- und Öffentlichkeitsarbeit der Öffentlichen Bibliotheken nehmen vielfältig kreative Aktionen und Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche einen breiten Raum ein. Trotz der Angebotsbreite fällt es vielen Öffentlichen Bibliotheken nach wie vor schwer, gerade Jugendliche als Nutzer länger an die Bibliothek zu binden. Um sie auch in der Pubertätsphase wieder oder vermehrt in die Einrichtungen zu locken, setzen Bibliotheken auf altersgerechte Medien- und Veranstaltungsangebote sowie auf attraktive Inneneinrichtungen mit ,coolem’ Design und auffälliger Farbgestaltung. Auch das oft unterbreitete Angebot an die Heranwachsenden, sich an der Auswahl der Medien oder an der Gestaltung der Bibliotheksräume zu beteiligen, ist eine Chance, das Interesse an der Bibliothek neu zu wecken. Schulbibliotheken - schuleigene und kombinierte FormenDurch ihre verschiedenen Funktionen bieten Schulbibliotheken gute Voraussetzungen für eine ganzheitliche Lese- und Medienerziehung. Schule und Schulbibliotheken gewinnen als Schnittstellen zur Welt des Lesens und der Medien für Kinder und Jugendliche immer mehr an Bedeutung. Eine Schulbibliothek unterscheidet sich in einigen wichtigen Bereichen grundlegend von einer Öffentlichen oder Wissenschaftlichen Bibliothek. Sie ist ein Serviceangebot an die Schulgemeinschaft und sollte stets in deren Qualitätsprogramm verankert werden. Dies hat Auswirkungen auf den Bestand, den Betrieb und die Nutzung. Zum Typus der Schulbibliothek gehört zum einen die schuleigene Schulbibliothek, oft auch "Mediothek" genannt, zum anderen die "kombinierte" Schulbibliothek in Form einer Zweigstelle innerhalb eines städtischen Bibliothekssystems. Die schuleigene stellt im Vergleich zur kombinierten Schulbibliothek eindeutig die Mehrzahl in Deutschland dar, ist aber im Gegensatz zum zweiten Typus nur selten hauptamtlich bzw. fachlich geleitet: Mehr als zwei Drittel der Schulbibliotheken in den Ländern stehen in alleiniger Verantwortung und Finanzierung der Schule und ihres kommunalen Trägers, knapp ein Drittel werden von der lokalen Öffentlichen Bibliothek als kombinierte, öffentlich zugängliche Zweigstelle innerhalb eines Schulzentrums mitbetreut, Inzwischen werden vielfältige Formen der Zusammenarbeit zwischen Stadtbibliothek, Schule und Schulbibliothek praktiziert. Schulbibliotheken stellen für Lehrer und Schüler unterrichtsrelevante Bücher und andere Medien zur Verfügung, sie besitzen ebenso populäre Kinder- und Jugendbelletristik sowie gedruckte und digitale Nachschlagewerke. Über den Lernort Bibliothek hinaus, der Strategien zur Informationsgewinnung und Medienkompetenz vermitteln will, wollen und sollen sie auch Lesemotivation und Lesespaß erzeugen. Unbefriedigende Ausstattung der Schulen mit SchulbibliothekenTrotz der anerkannten bildungspolitischen Bedeutung der Schulbibliotheken, die im Jahr 2000 durch das Manifest der UNESCO "Lehren und Lernen mit der Schulbibliothek" bekräftigt wurde, ist die Einrichtung, Ausstattung und fachliche Betreuung von Bibliotheken an vielen Schulen in Deutschland unbefriedigend. Sofern eine Schule überhaupt eine Bibliothek besitzt, liegt diese meist unterhalb der international üblichen Standards. Danach bewertet, verfügen nur etwa 15 Prozent der rund 40.000 Schulen in Deutschland über eine adäquate Schulbibliothek, das sind etwa 2.600 Einrichtungen. Die wesentlichen Ursachen dieser Defizite liegen in den fehlenden bildungspolitischen, institutionellen und rechtlichen Vorgaben und den meist unklaren Zuständigkeiten für Schulbibliotheken. Besonders kritisch sieht die Situation in den Grund-, Haupt- und Realschulen aus, in denen kaum schuleigene bzw. kombinierte Schulbibliotheken vorhanden sind. Allenfalls im Bereich der Gymnasien kann von einer ausreichenden Anzahl gesprochen werden. Nur in wenigen Fällen, vor allem in neu erbauten Gymnasien, Gesamt- und Ganztagsschulen, werden die Richtwerte für Flächenbedarf und Medienausstattung erreicht. Das schlechte Ergebnis der deutschen Schüler in der PISA-Studie machte die Vernachlässigung der Schulbibliotheken durch die politisch Verantwortlichen deutlich. Inzwischen vollzieht sich hier ein spürbarer Wandel, denn die meisten Länder intensivieren in Zusammenarbeit mit den staatlichen Bibliotheksfachstellen bzw. den schulbibliothekarischen Arbeitsstellen in Großstadtbibliotheken den Auf- und Ausbau von Schulbibliotheken durch gezielte Förderprogramme, Fortbildungs- und Schulungsinitiativen und die Verbesserung der Buch- und Medienausstattung. Letzte Änderung: 11.02.2010
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Weiterführende Informationen auf dem BibliotheksportalQuelle und Verfasser:"Jürgen Seefeldt/Ludger Syré: Portale zu Vergangenheit und Zukunft – Bibliotheken in Deutschland. Hrsg.: BID. - 2. überarb. Auflage. - Georg Olms-Verlag, 2007." Autor der Bearbeitung: Jürgen Seefeldt (Stand: Juli 2007)
(Redaktion: ao) |
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