KNB- Kompetenznetzwerk für Bibliotheken |
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BildungsveranstaltungenEintauchen in neue WeltenÖffentliche, aber auch wissenschaftliche Bibliotheken bieten nicht nur Medien zur Nutzung vor Ort oder in der Ausleihe an, sondern bieten durch ihre Veranstaltungsarbeit auch niedrigschwellige Einstiege in literarische und aktuelle gesellschaftliche Themen und bringen die Besucherinnen und Besucher in Kontakt mit den Menschen "hinter den Medien". Damit ist auch die Veranstaltungsarbeit der Bibliotheken - mit den "Klassikern" Lesungen und Ausstellungen - wichtiger Teil ihres Bildungsauftrags.
Literatur vermitteln, Diskussionen eröffnen
Die Hochschulbibliothek als Brücke zwischen Hochschule und GesellschaftDie Bibliothek und die Hochschule mehr in der Öffentlichkeit zu präsentieren und damit einen Beitrag zum vielfältigen kulturellen Geschehen der Stadt Ludwigsburg zu leisten, ist ein zentrales Anliegen der Bibliothek der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg und ihrer Leiterin Frau Dr. Christiane Spary. Mit der örtlichen Buchhandlung Aigner konnte ein kompetenter und erfahrener Partner für die zentrale Veranstaltungsreihe "Aigner und PH-Bibliothek präsentieren..." gewonnen werden. Mit interessanten Autoren zu unterschiedlichen Themen werden so an zwei Terminen im Jahr nicht nur Studierende und Hochschulangehörige angesprochen, sondern es gelingt auch der Brückenschlag von der Hochschule in die Stadt und zu zahlreichen hochschulexternen (Stamm-) Gästen. Der Einsteinbiograph Jürgen Neffe, der Soziologe und Jurist Meinhard Miegel, der Psychologieprofessor Gerd Gigerenzer und der ehemalige USA-Korrespondent der ARD und aktuelle Tagesthemenmoderator Tom Buhrow waren so schon zu Gast im schön gestalteten Lesesaal der Bibliothek. Darüber hinaus organisiert die Bibliothek auch immer wieder Veranstaltungen und Lesungen in Zusammenarbeit mit Instituten und anderen Einrichtungen der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg und präsentiert unter dem Motto "Bücher, Kerzen, Rotwein" einmal jährlich ausgewählte, neu erschienene Literatur im "Literatur-Café" der Pädagogischen Hochschule. Eine Rückschau auf vergangene Veranstaltungen findet sich unter:
"Ein Fremder ist ein Freund, den du noch nicht kennst"
Living Library in der Stadtbibliothek GöppingenDas Konzept "Living Library" stammt aus Dänemark. Zum ersten Mal wurde es im Jahr 2000 beim Roskilde-Musikfestival in die Praxis umgesetzt. Living Library ist auch Teil des Programmes „Youth Promoting human rights and social cohesion – Jugend unterstützt Menschenrechte und sozialen Zusammenhalt“ des Europäischen Rats. Es soll Menschen dazu motivieren, sich persönlich und politisch zu engagieren, zum Beispiel im Kampf gegen Rassismus und soziale Ausgrenzung. In einer Living Library können lebendige Bücher für ein Gespräch ausgeliehen werden. Die Lebendige Bibliothek funktioniert wie eine öffentliche Bibliothek. Die Bücher sind jedoch Menschen, die für ein 15-30minütiges Gespräch in einer gemütlichen Kaffeehausatmosphäre "ausgeliehen" werden können. Die „Bücher“ sind mit Respekt zu behandeln, die Leihfrist kann im beiderseitigen Einverständnis verlängert werden, es sei denn, das betreffende Buch ist bereits „vorgemerkt“. Die "Bücher" geben sich selbst einen Namen und eine Inhaltsangabe in Stichworten über ihre Themen sowie über die Sprachen, die das "Buch" spricht. 2005 stellte ich die Idee im Forum Integration in Göppingen vor und stieß auf Interesse und die Bereitschaft der Mitglieder, sich als lebendiges Buch zur Verfügung zu stellen. Der Jugendgemeinderat, den ich als nächstes ansprach, winkte leider ab, weil er sich nicht vorstellen konnte, dass potentielle "Leser/innen" Vorurteile zugeben oder Menschen sich als "Buch" zur Verfügung stellen würden. In der Folge stellte ich das Projekt anders vor: Ich suchte jetzt nach Menschen, die "besonders" sind oder etwas Besonderes geleistet haben. Wir führten unsere Living Library während des laufenden Betriebs an einem Samstagvormittag durch. Nach anfänglicher Skepsis seitens unserer Leser wurden alle "Bücher" ausgeliehen, und in den vier Stockwerken des Hauses verbreiteten sich in allen Ecken und Nischen kleine Grüppchen, die bei einer Tasse Kaffee oder Glas Sprudel entspannt miteinander plauderten. Viele Migrantinnen, die schon lange in Göppingen leben, begegneten als "Bücher" zum ersten Mal andere Menschen aus anderen Kulturkreisen. Sie bedauerten, dass sie während der Aktion nicht dazu kamen einander "auszuleihen". Aus der Premiere, die ein voller Erfolg wurde und viel Beachtung bei den Medien fand, lernte ich einiges: Living Library sollte lieber nicht neben normalen Bibliotheksbetrieb laufen. Die "Bücher" brauchen nicht nur eine gute Vorbereitung, sie müssen auch Gelegenheit haben, ihre Erlebnisse hinterher auszutauschen und ihre Empfindungen loszuwerden. Die nächste Living Library in Göppingen findet am Sonntag, den 5. Oktober 2008 statt. Viele Interessierte haben mir in den vergangenen Monaten geschrieben und sich als "lebendiges Buch" angeboten. In der geschützten Atmosphäre der Bibliothek mit den spielerischen, aber klaren Ausleihmodalitäten können Menschen, die sich im Alltag kaum in dieser Intensität begegnen würden, austauschen und Überraschungen erleben nach dem Motto: "Don't judge - read!"
Letzte Änderung: 05.05.2009
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Dieser Text wurde uns zur Verfügung gestellt von
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Weiterführende LinksHandreichung zur "Living Library", veröffentlicht vom Deutschen Nationalkomitee für internationale Jugendarbeit (DNK) in Zusammenarbeit mit dem Europarat: Niko Schachner, Lebende Bücher in der Bibliothek. Diplomarbeit (2007), FH Potsdam:
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