KNB- Kompetenznetzwerk für Bibliotheken |
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Wer nutzt Öffentliche Bibliotheken - und wofür?Während Universitäts- und Hochschulbibliotheken in der Regel einen fest umrissenen Nutzerkreis haben - Studierende und HochschulmitarbeiterInnen in Lehre und Forschung - , richten sich Öffentliche Bibliotheken mit ihren Angeboten grundsätzlich an die gesamte Bevölkerung. Wer aber nimmt diese Angebot an? Wie bekannt sind die Bibliotheken und welcher Teil der Bevölkerung nutzt sie? 2004 führte das Meinungsforschungsinstitut infas im Auftrag der Bertelsmann Stiftung eine repräsentative Studie zur Bibliotheksnutzung durch. Befragt wurden 2.500 Bürgerinnen und Bürger ab 14 Jahren nach der Bekanntheit der Bibliotheken, nach Häufigkeit und Art der Nutzung, sowie nach der Zufriedenheit mit den Angeboten der Bibliothek. Knapp 30% der BundesbürgerInnen sind Bibliotheksnutzer
Bibliotheken sind im öffentlichen Bewusstsein präsent. Immerhin 80 Prozent der Befragten geben an, die Öffentliche Bibliothek in ihrer oder der nächst größeren Gemeinde zu kennen. Die Kenntnis der Stadtbibliothek allein ist aber natürlich noch keine Garantie dafür, dass diese auch genutzt wird. Knapp 30 Prozent der Bundesbürger zählen zu den aktuellen Bücherei-Kunden, die die Bibliothek in den letzten zwei Jahren besucht haben. Für eine etwa ebenso große Anzahl liegt der Bibliotheksbesuch länger als zwei Jahre zurück. Fast jeder dritte Befragte kennt die Bibliothek zwar, hat die Einrichtung aber noch nie besucht. Etwa zwei Drittel der aktuellen Nutzer verfügt über einen eigenen Leseausweis - das andere Drittel nutzt die Bibliothek als Lern- und Informationsort ohne etwas auszuleihen oder liest bei einem Familienmitglied mit. Etwa 50% der Nutzer kommen mindestens einmal monatlich in die Bibliothek: knapp zehn Prozent davon zählen zu den besonders treuen Kunden und besuchen die Einrichtung mindestens wöchentlich. Die anderen knapp 40 Prozent nutzen die Bibliothek angelehnt an die übliche Leihfrist im Monatsrhythmus. Die Hälfte der Bibliotheksnutzer kommt deutlich seltener als monatlich. Diese Daten ergänzen sich mit den Ergebnissen der Deutschen Bibliotheksstatistik: Im Jahr 2008 wurden in den Öffentlichen Bibliotheken insgesamt 123 Millionen Besuche gezählt und 369 Millionen Medien entliehen. Ca. 8,5 Millionen Menschen besaßen 2008 einen Bibliotheksausweis, davon mindestens 2,1 Millionen Kinder unter 12 Jahren. Bibliotheksnutzer: jung, bildungs- und medienorientiertDie infas-Befragung weist auf ein Altersgefälle bei der Bibliotheksnutzung hin: 56% der unter-20-jährigen, die die Bibliothek kennen, nutzen sie auch, während dies mit zunehmendem Alter abnimmt bis hin zu 23% der über-65-jährigen, die Bibliothekskunden sind. Dieses Ergebnis deckt sich mit zahlreichen anderen Studien zur Bibliotheksnutzung: In einer repräsentativen Studie der Stiftung Lesen wurde die Zusammensetzung der Bibliothekskundschaft im Jahr 1992 näher analysiert. Das Ergebnis: das Alterssegment unter 30 Jahren ist bei der Nutzung von Bibliotheken besonders stark vertreten. Bibliotheksnutzer sind in der Regel gut ausgebildet - ein großer Teil von ihnen hat Mittlere Reife, Abitur oder Studium. Vor allem zeichnen sie sich dadurch aus, dass sie intensive Mediennutzer sind: nicht nur Bücher, auch audiovisuelle und elektronische Medien sowie Radio nutzen sie mehr als der Durchschnittsbürger - nur beim Fernsehkonsum bleiben sie hinter dem Mittel zurück. Dieses Profil der Bibliotheksnutzer - etwas mehr Frauen als Männer, tendenziell eher jünger und gut gebildet, intensive Nutzung von Medien sowie kulturellen Angeboten aller Art - hat sich seither immer wieder bestätigt. Neben Büchern nutzen vor allem auch jüngere Bibliothekskunden das Internet ganz selbstverständlich. Aus den Daten einer weiteren Studie der Stiftung Lesen im Jahr 2000 ergibt sich darüber hinaus, dass Bibliothekskundinnen und -kunden auch wesentlich mehr Bücher im Buchhandel kaufen als Menschen, die Bibliotheken nicht nutzen: http://www.opus-bayern.de/bib-in... Dieses Profil bezieht sich auf erwachsene NutzerInnen - Kinder unter 14 Jahren wurden in beiden Studien nicht befragt. Sie machen jedoch einen beträchtlichen Teil der Bibliotheksnutzer aus: Laut Deutscher Bibliotheksstatistik waren 2008 knapp 25% der aktiven Bibliotheksnutzer, d.h. der Personen, die einen Bibliotheksausweis besitzen, unter 12 Jahre alt. Sachliteratur ist am meisten gefragt
Die infas-Befragung von 2004 bestätigt den Trend zu einer intensiven Inanspruchnahme der Sachliteratur in den Bibliotheken. 57 Prozent der Bibliothekskunden entleihen Fachbücher. Alle anderen Mediengruppen werden seltener genannt. An zweiter und dritter Stelle liegen Romane mit 47 und Kinderbücher mit 36 Prozent. Aber auch neue Medien weisen relativ hohe Anteile auf. So werden DVDs bereits von jedem achten Kunden nachgefragt. Nur geringfügig höher liegen Videos und CD-Roms.
Hohe Nutzerzufriedenheit mit Beratung und Atmosphäre
Bei einer Bewertung unterschiedlicher Aspekte des Angebots geben die Bibliothekskunden ihrer Bücherei unterschiedliche Noten. Gut schneiden die Erreichbarkeit, die Räumlichkeiten und die Kompetenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort ab. Allerdings bewerten weniger als 70% der Befragten die Aktualität des Medienangebots bei Sachliteratur und Schöner Literatur, mit gut oder sehr gut; bei den Öffnungszeiten liegt dieser Anteil sogar unter 50%. Hier besteht also Verbesserungsbedarf. Eine Besucherbefragung aus Baden-Württemberg bestätigt diese Ergebnisse: die Befragten im "Ländle" beurteilten zu 86% die Beratungskompetenz und die räumliche Atmosphäre ihrer Bibliotheken als "gut" oder "sehr gut". Auch hier äußerten die Befragten den Wunsch nach stets neuen, aktuellen Medien. Weiterführende Links und Literatur
Letzte Änderung: 02.09.2009
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(Redaktion: uw) |
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