KNB- Kompetenznetzwerk für Bibliotheken

Innen- und Außenansichten von Bibliotheken

Vertriebskanäle

Zu einer gelungenen Marketingstrategie gehört neben den benutzerorientierten Produkten, einer effektiven Preisgestaltung und einer effizienten Vermarktung durch Öffentlichkeitsarbeit auch die Implementierung von Vertriebskanälen, die den jeweiligen Kundenkreis direkt ansprechen und auf die Produkte und den Service der Bibliotheken aufmerksam machen sollten. Neben der traditionellen Bibliothek vor Ort spielt vor allem das Internet eine zunehmend wichtigere Rolle bei der Vermarktung.

 


Inhaltsübersicht

Via Internet

Der traditionelle Vertriebsweg von Bibliotheken ist die Filiale vor Ort. Der Kunde kommt in die Bibliothek um deren Angebote zu nutzen. Allerdings wird es zunehmend wichtiger, auch andere Kanäle zu erschliessen. Der zurzeit wichtigste Weg ist die Nutzung der Angebote des Internets. Dabei geht das Angebot mittlerweile über den einfachen Web-OPAC hinaus. Die Kunden können in Online-Auskünften von zu Hause aus Informationen über die Bibliothek und deren aktuelle Dienstleistungen einholen. An Hochschulen werden Online-Tutorials zur Vermittlung von Informationskompetenz angeboten und damit Vor-Ort-Schulungen ersetzt.

Eine weitere Möglichkeit sind Portallösungen, um Fachinformationen zeit- und ortsunabhängig zugänglich zu machen. Die Virtuellen Fachbibliotheken mit ihrem gemeinsamen Portal VASCODA sind ein aktuelles Beispiel eines neuen Vertriebskanals.


Der physische Ort

Allerdings bleiben die traditionellen Kanäle wie Fahrbibliotheken oder die Präsentation der eigenen Angebotspalette auf Stadtveranstaltungen, wie zum Beispiel Kulturfesten, weiterhin bestehen. Dadurch wird die Zielgruppe der langjährigen Kunden nicht vernachlässigt und weiterhin wie gewohnt mit ihren gewohnten Informationen versorgt.

Einzelne Länder wie Frankreich gehen sogar dazu über, die "Bibliothek um die Ecke" wieder zu kultivieren, da hier soziale Integration gerade in Brennpunkten gefördert werden kann.

Insgesamt sollte man die Bedeutung des Ortes in einer Zeit der ortslosen Multimedialität nicht vernachlässigen. Viele Kunden suchen in Bibliotheken nicht zu Unrecht den Ort der Kontemplation und des konzentrierten Arbeitens, der sonst häufig verloren geht.


Quellen

  • Hobohm, Hans Christoph: Marketing elektronischer Publikationen. In: Wissenschaft Online. Elektronisches Publizieren in Bibliothek und Hochschule, hrsg. v. Beate Tröger, Frankfurt/M.: Klostermann, 2000, S. 290-305. (ZfBB Sonderhefte; 80)
  • Hobohm, Hans-Christoph: Bibliothek – Mythos, Metapher, Maschine. Oder: Der Ort der Bibliothek in der Lebenswelt der Stadt. In: Civitas. Geometrie und Lebenswelt. Eine Ringvorlesung zur Stadt, hrsg. v. Helene Kleine, Potsdam: Fachhochschule Potsdam, 2001, S. 58-65.

Letzte Änderung: 15.07.2009
Das Bibliotheksportal

ein Angebot des

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Kultusministerkonferenz

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Deutsche Forschungsgemeinschaft

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Redaktion

Die Texte wurden im Wintersemester 2006/07 von einem Seminar an der FH Potsdam unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Hobohm erarbeitet.

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