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Zeutschel GmbH | 14.12.2011

Digitaler Buchkopierer für das moderne Büro – die moderne Bibliothek

Die Zeiten, in denen Buchscanner nur Archivaren und Bibliothekaren vorbehalten war, sind endgültig vorbei. Bibliotheken in ganz Deutschland setzen Buchscanner verstärkt für Kopierdienste im öffentlichen Bereich ein. Vorreiter dieser Entwicklung ist Zeutschel mit dem vor vier Jahren eingeführten Gerät OS 12000. Jetzt geht das Tübinger Unternehmen mit zeta konsequent den nächsten Schritt. Nachfolgend ein Interview mit Jörg Vogler, Geschäftsführer der Zeutschel GmbH, über das technisch wie optisch gleichermaßen innovative Produktkonzept, über Einsatzbereiche und neue Zielgruppen sowie über Markt- und Umsatzpotenziale.

Was hat Zeutschel dazu veranlasst, mit zeta einen digitalen Buchkopierer für breite Anwendungsbereiche zu entwickeln?
Jörg Vogler: Die Entwicklung von zeta basiert auf dem Erfolg des OS 12000 Bookcopy und dem Markt-Feedback, das wir in den letzten vier Jahren sammeln konnten. Mit dem OS 12000 Bookcopy haben wir Buchkopierer im Freihandbereich von Bibliotheken etabliert. Etwas mehr als 300 Geräte sind inzwischen in führenden deutschen Universitäts-Bibliotheken installiert. Doch wenn es um die Neuanschaffung von Kopierern geht, dominieren im Bibliotheksumfeld immer noch die ‚klassischen’ Geräte, deren Anteil wir auf ca. 90 % schätzen. Die Gründe dafür waren der hohe Platzbedarf und der Preis von Buchkopierern. Genau an diesen Punkten setzen wir mit zeta an.

Was zeichnet zeta im Vergleich zu ‚klassischen’ Kopierern aus?
Jörg Vogler: Zeutschel zeta ist als digitale Kopierzentrale für Bücher und gebundene Dokumente aller Art konzipiert. Der Anspruch ist es, ein schnelles und ergebnissicheres Arbeiten bei einfachster Bedienung zu ermöglichen. So verfügt zeta über viele praxisorientierte Funktionen, die es so bei traditionellen Kopier-Geräten nicht gibt. Die Buchfalzentzerrung zählt ebenso dazu wie das automatische Geraderücken oder die Buchschnitterkennung, die schwarze Streifen rund um die kopierte Seite erkennt und löscht. All diese Funktionen erhöhen die Kopier-Qualität erheblich.
Herausragendes Merkmal des Bedienkonzepts ist der integrierte Touchscreen auf der rechten Geräteseite. Er bietet nicht nur eine intuitive Bedienung, sondern auch die Voransicht des Scans. Die zugrundeliegende intelligente Steuerungssoftware haben wir in enger Zusammenarbeit mit professionellen Software-Designern entwickelt.
Buchkopierer haben gegenüber ‚klassischen’ Geräten auch klare Arbeitseffizienz- und Kostenvorteile. Beim zeta liegt das Buch auf dem Rücken und wird von oben schonend gescannt, der Anwender kann für die nächste Kopie bequem umblättern. Das spart dem Benutzer Zeit und den Buchbesitzern Kosten. Um etwa 300 Prozent, so zeigen Langzeittests, wird die Haltbarkeit von Büchern durch die geringere Beanspruchung beim Kopieren erhöht, was ein nicht unwesentlicher wirtschaftlicher Faktor ist.

Sie erwähnten vorhin die Gerätegröße und den Preis als Hauptgründe für eine geringe Verbreitung von Buchkopierern. Was wird sich in diesen Punkten mit zeta ändern?
Jörg Vogler: In der Praxis besitzen mehr als 95 Prozent des Buchbestandes ein Format A4 und kleiner, das heißt sie sind aufgeschlagen maximal A3 groß. Beim zeta haben wir deshalb eine Scan-Arbeitsfläche vorgesehen, deren Größe zwischen A3 und A2 liegt. Konkret bedeutet das, zeta kann Formate digitalisieren, die größer als A3 sind, benötigt dabei aber wesentlich weniger Standfläche als ein klassischer A3-Kopierer inklusive Papier-Feeder. Doch wir haben nicht nur den Platzbedarf verringert, sondern auch die preisliche Attraktivität deutlich gesteigert. Mit um die 8.000 Euro für die Standard-Ausstattung ist zeta um die Hälfte günstiger als der OS 12000 Bookcopy und gegenüber leistungsfähigen Bürokopierern preislich wettbewerbsfähig.

Wie positioniert sich zeta in Punkto ‚Green IT’?
Jörg Vogler: Zeutschel zeta ist konform zur aktuellen Energy Star-Richtlinie für Strom sparende Bürogeräte. Auch unter einem weiteren Aspekt - dem Papierverbrauch – zeigt sich zeta umweltfreundlich. Aufgrund der Tatsache, dass der Benutzer das zu erwartende Kopier-Ergebnis vorab über den Bildschirm überprüfen kann, werden Fehlkopien vermieden. Neben zeta muss kein Papierkorb mehr stehen.

Welche Rolle spielte das Design bei der Entwicklung?
Jörg Vogler: Das Design von zeta ist ein wichtiger Meilenstein in der Buchscanner- und Buchkopierer-Branche. Es war unser erklärtes Ziel, einen "Hingucker" zu entwerfen, ein Gerät, an dem man gerne arbeitet. Zeutschel hat sich in den vergangenen zehn Jahren nicht nur technologisch, sondern auch bei der Design-Gestaltung weiterentwickelt. Das gilt auch für die Ansprüche der Kunden, die - wie das iPad belegt - eine gelungene Kombination von attraktivem Design, Bedienkomfort und hoher Funktionalität honorieren.

Welche Zielgruppen bzw. Einsatzbereiche adressiert zeta ?
Jörg Vogler: Primäre Zielgruppe für zeta ist und bleibt das Bibliotheksumfeld. Bislang kamen Zeutschel Buchkopierer hauptsächlich in Universitätsbibliotheken zum Einsatz. Für zeta eröffnen sich hier nicht nur weitere Umsatzpotentiale, sondern auch weitere Absatzmärkte bei Stadtbibliotheken.
Darüber hinaus sehen wir weitere Zielgruppen überall dort, wo gebundene Dokumente wie Aktenordner, Gerichtsunterlagen, Bilanzen oder Zeitschriften in großen Mengen anfallen und kopiert werden müssen. Das gilt für Banken und Versicherungen ebenso wie für Behörden, Anwaltskanzleien oder Marketing-Agenturen.
Mittel- und langfristig ist auch der Einsatz in Copyshops denkbar. Da das Geschäftsmodell von Copyshops extrem preissensitiv ist, muss die Nachfrage von Seiten der Kunden kommen.

Was bedeuten die neuen Einsatzbereiche und Zielgruppen für die Vertriebs- und Servicestruktur von Zeutschel?
Jörg Vogler: Unsere existierenden Fachhandelspartner besitzen für den Vertrieb von zeta oberste Priorität. Wenn wir neue Zielgruppen ansprechen wollen, müssen wir jedoch weiterdenken. Wir sehen zeta als Multichannel-Produkt und werden deshalb auch mit Händlern aus dem Office- und IT-Umfeld Möglichkeiten der Zusammenarbeit prüfen und gegebenenfalls unsere Vertriebsstrukturen erweitern.
Bei der Produktkonzeption haben wir großes Augenmerk darauf gelegt, das Gerät wartungsarm zu gestalten. Dennoch bedingt die Nutzung von zeta in öffentlichen Räumen Änderungen in den Service- und Wartungskonzepten gegenüber klassischen Buchscannern. Um Ausfallzeiten aufgrund technischer Fehler so gering wie möglich zu halten, arbeiten wir beim Service mit unseren Fachhandelspartnern, darüber hinaus aber auch mit externen Dienstleistern zusammen. Sollten sich Fehler nicht kurzfristig beheben lassen, wird unbürokratisch und schnell ausgetauscht.

Welche Absatz- und Umsatzziele wollen Sie mit zeta erreichen?
Jörg Vogler: Ziel ist es, pro Jahr 1.000 Stück abzusetzen. Im laufenden Jahr erwarten wir 300 Bestellungen, 100 haben wir bereits von der CeBIT mitgebracht.
Der Zeutschel zeta ist ein zentraler Baustein unserer Wachstumsstrategie. Er soll entscheidend dazu beitragen, dass wir in den nächsten drei Jahren um jährlich 20 Prozent wachsen. Das Produkt hat das Potenzial, dann mehr als 30 % Anteil am Gesamtumsatz von Zeutschel auszumachen. Mit zeta werden wir unsere weltweite Marktführerschaft bei Buchscannern, die gegenwärtig bei ca. 30 Prozent liegt, weiter ausbauen.
Parallel zum Scanner-Geschäft wird Zeutschel auch seine Software-Aktivitäten konsequent vorantreiben. Das gilt unter anderem für Goobi, einer Open Source Workflow-Software für Massendigitalisierungen im Bibliotheksumfeld, wo Zeutschel sowohl als Mitentwickler als auch als Implementierungs- und Hosting-Anbieter fungiert. Im Ausbau unser Software-Aktivitäten sehen wir auch die Grundlage für die sukzessive Erweiterung unseres Dienstleistungsportfolios.

Welche Benutzer-Erwartungen werden die Entwicklung von Buchkopierern in Zukunft beeinflussen?
Jörg Vogler: Die Anforderungen der Bibliotheksnutzer gehen dahin, gescannte Objekte digital zu speichern und später elektronisch weiter zu verarbeiten. In Modernen Bibliotheken passiert das nach dem "Follow me-Prinzip". Der Benutzer kann dabei dezentral in verschiedenen Abteilungen der Bibliothek Digitalisierungen durchführen und die Images zur späteren Abholung an eine zentrale Ausgabestelle schicken. Dort stehen die Images in gedruckter Form oder digital zur Verfügung.
Das Übertragen der gescannten Images auf USB-Sticks oder das direkte Versenden der Images per e-mail – beides von zeta angeboten - werden zunehmend als selbstverständlich erachtet. Der nächste Schritt geht dann in Richtung WLAN. Zukünftige Buchkopierer werden mit einer entsprechenden Schnittstelle ausgestattet sein.
Eine immer größere Relevanz gewinnen Cloud-Services. Bibliotheksbesucher erhalten dabei die Möglichkeit, auf dem Zentralrechner der Bibliothek oder dem Server eines externen Dienstleisters einen eigenen "Account" einzurichten und die erstellten Kopien direkt dort abzulegen. Im Rahmen von Pilotprojekten sammelt auch Zeutschel derzeit Erfahrungen hinsichtlich der Ansprüche an und der Akzeptanz von Cloud-Services. So bietet Zeutschel in seiner Cloud den Anwendern diverse Optionen zur Nachbearbeitung der gescannten Images. Die Benutzer können beispielsweise eine OCR-Konvertierung durchführen und so die gescannten Buchseiten in "durchsuchbare" PDF-Dateien umwandeln.
Erste Ergebnisse zeigen, dass etwa 30 Prozent der Anwender bereits die Cloud-Lösung nutzen, während 70 Prozent die gescannten Daten nach wie vor auf den eigenen USB-Stick übertragen.