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Zeutschel GmbH | 14.12.2011

50 Jahre Zeutschel - 50 Jahre Innovation

Zeutschel, Spezialist für analoge und digitale Aufnahme- und Speichersysteme, feiert 50-jähriges Bestehen. Gestartet als Ingenieurbüro ist das Tübinger Unternehmen heute Weltmarktführer bei Buchscannern und hat im Markt für Mikrofilmtechnik entscheidende Akzente gesetzt. Im Jubiläumsjahr stellt Zeutschel die Weichen für zukünftiges Wachstum: mit zeta, einem universellen Scan- und Kopiergerät für gebundene Dokumente, das neue Standards in Punkto Design und Preis-/Leistung setzt.

Überall zu finden
Der Geburtsort des Unternehmens liegt in Sielmingen bei Stuttgart. Dort gründete Heinz Zeutschel 1961 ein Ingenieurbüro, das sich der Entwicklung von wissenschaftlichen Mikrofilmgeräten widmete.
Um die Entwicklung, die Produktion und den Vertrieb in größerem Stil fortzuführen, folgte 1967 der Umzug zum heutigen Unternehmenssitz nach Tübingen-Hirschau. Mitte der 80er Jahre trat der Firmengründer sein Unternehmen an die Steiff-Gruppe ab. 1996 übernahmen Jörg Vogler und Hans-Peter Heim im Rahmen eines Management Buy-Outs die Unternehmensleitung, seit vergangenem Jahr ist Jörg Vogler alleiniger Inhaber.

Die ersten Jahrzehnte waren wesentlich durch den Mikrofilm geprägt. Nicht nur Mikrofilm-Lesegeräte und Lese-/Rückvergrößerungsgeräte, auch Mikrofilmkameras und wissenschaftliche Sondergeräte kamen zu diesem Zeitpunkt aus Hirschau.
Parallel zur ‚digitalen Revolution’ in den 90er Jahren wurde das Portfolio dann um Aufsichtsscanner erweitert. Bei diesen liegen die Vorlagen wie Bücher und Zeitschriften auf dem Rücken. Gescannt wird von oben, wodurch das beschwerliche und zeitraubende Umdrehen des Buches entfällt.

In beiden Märkten erreichte Zeutschel schnell eine starke Stellung. „Welches Unternehmen kann schon von sich behaupten, in zwei völlig unterschiedlichen Technologie-Welten mit Erfolg zu agieren“, sagt der jetzige Inhaber und Geschäftsführer Jörg Vogler voller Stolz und fährt fort: „In jedem National-Archiv und in jeder National-Bibliothek weltweit befindet sich mindestens ein Zeutschel System im Einsatz.“
Daneben gehören Universitäten, Behörden, Vermessungs- und Grundbuchämter sowie Banken und Versicherungen zu den Kunden.
Alle sorgten mit ihrer starken Nachfrage für die rasante Unternehmensentwicklung. Heute setzt Zeutschel mit seinen Produkten über 10 Millionen Euro um und erzielt dabei laut Jörg Vogler eine gute Rendite. 65 Mitarbeiter sind aktuell beschäftigt, einst startete das Unternehmen mit zwei Mitarbeitern – Heinz Zeutschel und seiner Ehefrau Gisela.

Was können Unternehmen aus dieser Erfolgsstory lernen? Jörg Vogler muss nicht lange überlegen: „Innovationskraft, eine optimale Balance zwischen technisch anspruchsvollen und universell einsetzbaren Produkten sowie die konsequente Internationalisierung des Geschäfts sind der rote Faden, der sich durch unsere Firmengeschichte zieht“.

50 Jahre Innovationen
Ein halbes Jahrhundert Zeutschel ist auch die Geschichte von 50 Jahre Innovationen. Immer wieder betrat man engagiert und mit viel schwäbischem Tüftlergeist technisches Neuland.
Als erste europäische Firma produzierte Zeutschel mit OMNIPRINT 4 ein Gerät, mit der man von Mikrofilm auf Normalpapier rückvergrößern konnte, ein Vorläufer moderner Kopiersysteme. Das erfolgreichste und modernste Mikrofilm-Kamerasystem im Archiv- und Bibliothekswesen stammt ebenfalls von Zeutschel. Das OK 300/301 wurde weltweit über 700mal verkauft.

Als Pionier des Buchscanner-Marktes etablierte das Tübinger Unternehmen 1993 zusammen mit Kodak den ersten Aufsichtsscanner im Markt. 1997 folgte dann in Eigenregie der ersten Graustufen-Buchscanner und ein Jahr später ein Farb-Buchscanner, der erstmalig eine sehr gute Imagequalität mit hoher Produktivität kombinierte.

Vor vier Jahren brachte Zeutschel mit dem OS 12000 Buchscannen in den öffentlichen Bereich von Bibliotheken. Dort nutzen Anwender das Gerät zum schonenden und schnellen Kopieren von Büchern und Zeitschriften.
Einen Schritt weiter geht das neueste Innovationshighlight, das digitale Kopier- und Scansystem zeta. „Zwei Gründe“, so Jörg Vogler, „haben die Nutzung von Aufsichtsscannern für Kopieranwendungen bisher verhindert: die Gerätegröße und der Preis. Das werden wir mit zeta ändern“.

So ist das neue Zeutschel Modell im Verhältnis zur gebotenen Scangröße von nahezu A2 derzeit der kleinste Buchkopierer auf dem Markt. Preislich zeigt sich zeta mit rund 8.000 Euro auch gegenüber leistungsfähigen Bürokopierern wettbewerbsfähig.

Um den Vorsprung an Innovationskraft gegenüber dem Wettbewerb zu behaupten und auszubauen, investiert Zeutschel weit über 10 Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung. In diesem Bereich sind ein Drittel der Gesamtbelegschaft beschäftigt.

„Wenn wir aufhören, innovativ zu sein“, so Jörg Vogler, „werden wir bald aufhören gut zu sein“.

Universell einsetzbar
Viele Zeutschel Produkte erheben den Anspruch, in ihrem Geräteumfeld Qualitätsstandards zu setzen. Ein gutes Beispiel dafür ist der Zeutschel OS 14000. Der Buchscanner ist speziell für die Digitalisierung historisch wertvoller Dokumente konzipiert, die originalgetreu als digitale Images wiedergegeben werden. Dank des OS 14000 sind die handschriftlichen Aufzeichnungen eines der größten deutschen Komponisten unter www.bach-digital.de zu bestaunen.

„State-of-the-Art Technologie ist die eine Seite der Medaille, die andere ist das Bemühen, neue Technologien – wenn die Zeit dafür reif ist - breiten Anwenderkreisen zugänglich zu machen“, erläutert Jörg Vogler.
Schon zu Mikrofilm-Zeiten gelang dies eindrucksvoll. Mit dem SYSTEMATIC 370’ entwickelte Zeutschel ein Mikrofiche-Lesegerät, welches von der Bundesbahn in den 80er Jahren für den modernen Fahrkartenverkauf eingesetzt wurde. Vom Bildschirm des Lesegeräts entnahmen die Beamten die Zuginformationen, um sie danach mit dem Computer auszudrucken. Kompakt, geräuscharm und praktisch zu handhaben: mit diesen Eigenschaften war das Lesegerät an fast jedem Bahnschalter der Bundesbahn anzutreffen.
Was die SYSTEMATIC-Serie für den Mikrofilm war, soll zeta für die Gerätekategorie der Aufsichtsscanner werden. Neben seinem kompakten und schicken Design überzeugt das Gerät vor allem durch seine intuitive Bedienung mit Hilfe des integrierten Touchscreens. Fingerabdrücke werden retouchiert, schief angelegte Seiten automatisch gerade gerückt und wenn notwendig der Buchfalz entzerrt.
„Mit zeta machen wir Aufsichtsscanner universell einsetzbar“, erklärt Jörg Vogler. Er sieht neben Bibliotheken und Archiven das gesamte Office-Umfeld als neues Anwendungsgebiet: „Schneller und besser kann man Seiten aus Magazinen oder Büchern nicht scannen und kopieren“.

Konsequente Internationalisierung
Der Standort Deutschland hat für Zeutschel große Bedeutung. Die gesamte Fertigung inklusive Qualitätskontrolle sowie die kompletten Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sind in Hirschau angesiedelt. Und ein Großteil der benötigten Komponenten wird von regionalen Unternehmen geliefert. Jörg Vogler: „Für unsere Kunden weltweit bedeutet ‚Made in Germany’ Qualität auf höchstem Niveau“.
Auf dieser Grundlage verfolgte das Unternehmen eine konsequente geografische Ausdehnung der Geschäftsaktivitäten. „Keiner unserer Wettbewerber ist international so gut positioniert wie Zeutschel“, betont Jörg Vogler, der als Vertriebsleiter Ausland diese Entwicklung maßgeblich vorantrieb.
Das Unternehmen ist in über 100 Ländern vertreten, der Exportanteil liegt zwischen 70 und 80 Prozent. Beim Verkauf der Produkte setzt Zeutschel auf die enge und faire Zusammenarbeit mit Fachhandelspartnern.

Die Zukunft im Blick
Auch wenn 50 Jahre ein geeigneter Zeitpunkt sind, mit Nostalgie auf die Anfänge zurückzublicken, arbeitet man bei Zeutschel bereits an der Zukunft.
Das Scan- und Kopiersystem zeta ist zentraler Baustein der Zeutschel Wachstumsstrategie. Es soll entscheidend dazu beitragen, den Umsatz in den nächsten drei Jahren jährlich um 20 Prozent zu steigern. „Mit zeta“, so Jörg Vogler, „werden wir unsere Marktführerschaft bei Aufsichtsscannern weiter ausbauen und neue Zielgruppen bei Behörden, Banken & Versicherungen oder Anwaltskanzleien für das Buchkopieren erschließen“.

Weiteren Auftrieb erwartet Zeutschel vom Ausbau des Geschäftsbereichs ‚Software’. Unter der Dachmarke OSCAR entsteht ein umfassendes Sortiment an Software für den Aufbau und den Betrieb digitaler Bibliotheken.
„Die Weichen für die nächsten Jahre sind gestellt. Und wir machen uns bereits jetzt Gedanken, was nach dem Scannen kommt“, deutet Jörg Vogler an, dass auch in Zukunft mit interessanten Zeutschel Innovationen zu rechnen sein wird.