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Montag, 07. März 2016

Niederlande: VOB fordert Gesetzesänderung zum Verleih von E-Büchern

Urheberrecht
 

Der niederländische Verband der öffentlichen Bibliotheken VOB hat sich erneut mit einem Schreiben zum Verleih von E-Büchern an das niederländische Parlament gewandt. Der Verband fordert, dass Bibliotheken alle E-Bücher zur Ausleihe zur Verfügung stehen sollten.

Der VOB moniert, dass öffentliche Bibliotheken in der Ausführung ihrer gesetzlichen Aufgabe durch das geltende Urheberrecht behindert werden: Solange die aktuellen Ausleihbedingungen nicht auch für E-Bücher gelten, bestimmen Verlage welche Erwerbungen für die "digitale Bibliothek" gemacht werden können. Ganze 75 Prozent der E-Book-Produktion in den Niederlanden stehen den Bibliotheken nicht zur Verfügung. Diese können somit ihrer gesetzlichen Pflicht Zugang zu einem neutralen und vielfältigen Angebot zu bieten nicht nachkommen.
 
Die Europäische Kommission will das Urheberrecht modernisieren. Viele der Vorschläge bieten laut VOB zwar gute Chancen, helfen allerdings wenig bei den aktuellen Entwicklungen der digitalen Bibliotheksangebote. Denn der Gesetzesvorschlag der Europäischen Kommission vom 9. Dezember 2015 erwähnt nicht die Ausleihe von E-Büchern in Öffentlichen Bibliotheken.
 
Der VOB spricht sich in seinem Schreiben für eine Ausnahmeregelung aus, da hauptsächlich Einheimische in den niederländischen Bibliotheken ausleihen und somit pro E-Book Ausleihe lediglich eine angemessene Vergütung gezahlt werden sollte. Darüber hinaus sollte es Bibliotheken freistehen – auch ohne Zustimmung der Verlage – E-Books in den Bestand aufzunehmen, genau wie bei gedruckten Werken.

Hier der vollständige Brief der VOB an das niederländische Parlament (in niederländischer Sprache).

Quelle / Weitere Informationen (in niederländischer Sprache)