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Auswahl von Architekturporträts aktueller Bibliotheksbauten in Deutschland

Die "Bibliothek 21" in Stuttgart - Stadtbibliothek am Mailänder Platz

Stadtbibliothek Stuttgart

Foto: Kraufmann/Hörner, © Stadt Stuttgart

(Verfasserin: Ingrid Bussmann, ehem. Leiterin der Stadtbibliothek, 8/2012)

Am 24. Oktober 2011, dem bundesweiten Tag der Bibliotheken, eröffnete in Stuttgart die als "Bibliothek 21" über viele Jahre in Fachkreisen bekannt gewordene neue Zentrale der Stadtbibliothek Stuttgart.

Schon seit 1997 war vorgesehen, in dem zukünftigen Europaviertel hinter dem Stuttgarter Hauptbahnhof ein neues urbanes Quartier zu errichten mit der Stadtbibliothek als geistigem und kulturellem Zentrum. Aufgrund der städtebaulichen Diskussionen in Stuttgart ist die neue Bibliothek nun das erste Gebäude in dem Areal, gut erreichbar über eine nahegelegene U-Bahnhaltestelle. Wenn die Bebauung des Umfelds mit insgesamt 600 Wohnungen sowie Büros, Restaurants und einem Einkaufszentrum voraussichtlich 2015 abgeschlossen sein wird, wird es eine weitere Haltestelle direkt vor der Bibliothek sowie eine Tiefgarage geben.

Das einmalige Gebäude des koreanischen Architekten Eun Young Yi provoziert viele Diskussionen. 

Der eindrucksvolle würfelförmige  Monolith mit neun oberirdischen und zwei unterirdischen Geschossen symbolisiert die Vorstellung des Architekten über die zentrale Rolle der Bibliothek als Speicher des Wissens für die Menschheit.

Zwischen der eher introvertierten äußeren  Glasbausteinfassade und einer inneren Glasfassade entsteht auf jeder Ebene ein einladender Umgang als Flanierweg mit schönen Aussichten über die Stadt. In das Innere des Gebäudes setzt der Architekt einen zentralen Kernraum, das "Herz", wie es die Bibliothek in ihrem Raumprogramm 1998 nannte, ein reiner Würfel, von oben belichtet, der für Vertiefung und innere Einkehr steht.

Ab der vierten Ebene öffnet sich im Inneren ein lichtdurchfluteter Galeriesaal mit der belletristischen Literatur, auch in 25 verschiedenen Sprachen.

Diese beiden zentralen Räume werden umgeben von ringförmigen Grundrissen, die die Musikbibliothek, die Kinderbibliothek, die Themenebenen Leben, Wissen und Welt sowie die Literaturwissenschaft und die Kunst beherbergen. Auf jeder Ebene lädt ein separater Gruppenraum Lerngruppen zum gemeinsamen Arbeiten ein. Das Cafe im achten Obergeschoß betreibt die Caritas mit Menschen mit und ohne Handicap. Die Dachterrasse bietet einen großartigen Blick über Stuttgart und belegt, dass die Bibliothek mitten in der Stadt steht.

Die Inneneinrichtung folgt dem minimalistischen Architekturkonzept mit klaren Formen und zurückhaltender Farbgebung.

Die gesamte Abwicklung des Services erfolgt in Selbstbedienung, die Medientransportanlage über neun Etagen ist mit ihren kleinen blauen Wagen eine Attraktion für die Besucher und unverzichtbar, um die langen Öffnungszeiten von Montag bis Samstag von 9.00 bis 21.00 Uhr personell abdecken zu können.  Innovativ ist das Konzept der PCs für hier und heute, 120 Netbooks und Laptops, die in intelligenten Regalen auf jeder Ebene zur Nutzung im Haus angeboten werden. Mit dem Benutzerausweis können Druckaufträge abgerufen und auch gleich bezahlt werden. Daneben gibt es noch festinstallierte PCs und im Erdgeschoss Plätze für die Kurzrecherche.

Die galerie b im Erdgeschoss ist Ausstellungsfläche für digitale Kunst im Schnittfeld von Text-Bild-Code und steht für einen neuen Schwerpunkt der Bibliothek in der Vermittlung digitaler Lesekompetenz.

Die neue Bibliothek in Stuttgart ist ein neuer Lernort und geschätzter Treffpunkt für alle Bürger, ein einmaliges Kunstwerk, das inzwischen weltweite Beachtung findet.

Daten und Fakten

Galeriesaal der Stadtbibliothek Stuttgart

Galeriesaal, Foto: die arge lola, ©Stadt Stuttgart

Stadtbibliothek am Mailänder Platz

Architekt

Eun Young Yi, Köln und Seoul

Chronologie
  • 1998 Grundsatzbeschluss
  • 1999 Architektenwettbewerb, 1. Preis Yi Architects Köln
  • 27. Juli 2006 Projektbeschluss
  • 16. September 2008 Baubeschluss
  • 8.November 2008 Baubeginn/Spatenstich
  • 5. Juni 2009 Grundsteinlegung
  • 12. Mai 2010 Richtfest
  • 24. Oktober 2011 Eröffnung
Fläche und Kubatur
  • Grundstücksfläche 3201 m²
  • Programmfläche 11.526. m²
  • Bruttogrundfläche 20.225 m²
  • Bruttorauminhalt 98.249 m³
  • Bauwerksgeometrie: 44 x 44 m, 11 Geschosse (mit UG)
  • Gebäudehöhe 40 m
Haustechnik

Heizung:
Energieversorgung über Fernwärmeanschluss, Beheizung über Fußbodenheizung, beheizte Fassadenprofile und statische Heizflächen in Nebenräumen und Treppenhäusern

Kühlung:
Kälteerzeugung über Kompaktkälteanlagen mit integrierter Rückkühlung,  Bauteilaktivierung mit freier Rückkühlung über Fußbodentemperierung

Lüftung:
Natürliche Be- und Entlüftung durch Glasschiebeelemente der Außenfassade, Zusätzliche Heizung/Kühlung mit mechanischer Lüftung über raumlufttechnische Anlage

Geothermie:
94 Erdwärmesonden mit insgesamt 200 lfm Sondenlänge zur Kühlungs- bzw Heizungsunterstützung über Wärmepumpenanlagen

Sprinkleranlage:
Vollsprinklerung des gesamten Gebäudes

Photovoltaik:
300 m² Kollektorfläche auf beweglichen Sonnenschutzlamellen

Aufzüge:
3 Publikumsaufzüge, ein Feuerwehr- und Lastenaufzug

Weitere Technik:
W-Lan-Netz , Brandmeldeanlage, Einbruchmeldeanlage

Bibliothekstechnik:
  • 120 Netbooks und Laptops, 27 festinstallierte PCs
  • 10 Selbstverbuchungsterminals (2 im EG und je eins auf jeder Ebene)
  • 3 Rückgabeautomaten sowie eine 24 Stunden-Rückgabe
  • 42 OPACs
  • 13 interaktive Informationsstelen
"Bibliothek für Schlaflose" – Ausleihangebot außerhalb der Öffnungszeiten
 
(Haupt-)Partner der neuen Zentralbibliothek
  • Möblierungsplanung:  Totems Communication Stuttgart
  • Sortier- und Förderanlage: Swisslog, mksorting
  • RFID (Hardware): Easycheck GmbH
  • Bibliotheksregale: ekz, tojo, diverse Schreinerarbeiten,
  • Sitzmöbel: Arper, Performa, Zeitraum 
  • Leitsystem:
    totems communication (Design),
    Firma Jehle (Umsetzung)
    Digitale Informationsstelen netvico 
    JVA Heimsheim
  • Umzug: LaHeRo GmbH   
Projektbeteiligte:

Bauherr und Projektleitung:
Landeshauptstadt Stuttgart, Technisches Referat Hochbauamt

Projektsteuerung:
Drees und  Sommer

Nutzer:
Kulturamt Stadtbibliothek

Objektverwaltung:
Referat Wirtschaft, Finanzen und Beteiligungen
Amt für Liegenschaften und Wohnen

Diverse Fachplaner

Bauwerkskosten

(nach Baubeschluss): 79 Millionen  €

davon 4,2 Millionen für die Innenausstattung einschließlich der Bibliothekstechnik (Ausnahme: Medientransportanlage in den Baukosten enthalten)

Adresse und Kontakt

Stadtbibliothek am Mailänder Platz
Mailänder Platz 1
70173 Stuttgart

Tel:    0711/216-91100
eMail: stadtbibliothek@stuttgart.de
Link zur Website

Leitung:

Christine Brunner

 

Weitere Literatur

Das Stuttgart-21-Areal hat in den vergangenen Jahren bundesweit Schlagzeilen gemacht. Ein Bauprojekt an dieser exponierten Stelle kann sich der Aufmerksamkeit der Bürger also gewiss sein. So erging es auch dem Neubau der Stadtbibliothek Stuttgart. Seit zwei Jahren ragt der Kubus dort 40 Meter in die Höhe – und wird in der Landeshauptstadt Baden-Württembergs kontrovers diskutiert. Im Oktober 2013 wird die Stadtbibliothek mit dem einzigen nationalen Bibliothekspreis als „Bibliothek des Jahres 2013“ ausgezeichnet.

Themendienst 6/2013 des dbv - "Nachts sind alle Fenster blau"


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Eine neue Zentralbibliothek für Hamm/Westfalen

Zentralbibliothek Hamm

Neue Zentralbibliothek Hamm
(Copyright: Stadtbüchereien Hamm)

(Verfasser des Textes: Dr. Volker Pirsich, Stadtbüchereien Hamm, im Juli 2010)

Am 26.2.2010 wurde mit viel Landesprominenz (der ehemalige Ministerpräsident Rüttgers allen voran) das Hammer Heinrich-von-Kleist-Forum mit der neuen Zentralbibliothek eröffnet.   

Das Heinrich-von-Kleist-Forum am Bahnhofsvorplatz mit seinen drei Partnern Zentralbibliothek, VHS und privater Fachhochschule SRH [Stiftung Rehabilitation Heidelberg] (+ ein gemeinsamer Veranstaltungsraum + ein bewirtschaftetes Bistro) ist d e r neue Kultur- und Bildungsstandort in der westlichen Innenstadt. Nach 20 Monaten Planungszeit, 23 Monaten Bauzeit und bei 23,5 Millionen Baukosten wurde der Bau punktgenau eröffnet - und gut 15.000 Besucher strömten an den beiden Eröffnungstagen in das Gebäude.

Die Zentralbibliothek als größter Partner weist 4.400 m² Fläche auf insgesamt sechs Stockwerken auf (davon vier Publikumsgeschosse, ein Untergeschoss mit Magazin, Technik und Lager sowie ein Verwaltungsgeschoss im 4. Obergeschoss).

Die Bibliothek selbst ist heute zumindest eine der modernsten Öffentlichen Bibliotheken Deutschlands; Ihr neues Herz ist eine Sortier- und Förderanlage (Gilgen Logistics), die - bis auf das Verwaltungsgeschoss - alle Stockwerke erreicht; Selbstverbucher für Ausleihe und Rückgabe (incl. Außenrückgabe; Bibliotheca RFID) und Kassenautomaten (Crown) sind für das Haus aufgrund der Vielgeschossigkeit neuer notwendiger Standard.

Insgesamt warten 14 Internet-PCs (+ 2 Spiele-PCs) und 16 OPACs auf die Kunden, die darüber hinaus ein WLAN-Angebot im gesamten Publikumsbereich vorfinden.

Das neue Haus verbindet Funktionalität und Ästhetik einerseits sowie bibliothekarische Funktionen im engeren Sinne und Aufenthaltsqualität andererseits. Kühle ausstrahlende Materialien und Farben des architektonischen Konzepts (Sichtbeton, Natursteinboden, Naturholz) gehen eine harmonische Verbindung ein mit den Materialien und Farben, die bibliothekarischerseits in das Projekt eingebracht wurden. 

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Daten und Fakten

Rückgabe-Automaten (Copyright: Stadtbüchereien Hamm)

Rückgabe-Automaten (Copyright: Stadtbüchereien Hamm)

Heinrich-von-Kleist-Forum (Gesamtgebäude)

Architekten

applan, Stuttgart und Berlin

Projektleitung

Stadt Hamm, Hochbauamt

Chronologie
  • Februar 2008 Baugenehmigung
  • März 2008 Grundsteinlegung
  • März 2009 Richtfest
  • Februar 2010 Einweihung
Fläche und Kubatur
  • Nutzfläche 9.842,20 m²
  • Bruttogeschossfläche 12.389,40 m²
  • Bauwerksgeometrie: 84 x 34 m, 6 Geschosse (mit UG)
  • Gebäudehöhe 19,5 m
Haustechnik

Das gebäudetechnische Konzept ermöglicht es, fast vollständig auf mechanische Be- und Entlüftung, Kühlung und konventionelle Heizflächen zu verzichten (Ausnahmen: großer Veranstaltungssaal, WC-Anlagen, innenliegende Räume und Küche).

Bauteiltemperierung in den Decken zur Wärmezufuhr im Winter und zur Kühlung im Sommer; Nutzung der natürlichen Luftdurchströmung und der Nachtlüftung des Gebäudes.

Bauwerkskosten

(nach Baubeschluss): 28.720.000 €

Die Gesamtmaßnahme Stadtumbau Bahnhofsquartier wird mit 22 Mio € vom Land NRW gefördert. Der städtische Anteil wird über die Veräußerung von RWE-Aktien sichergestellt.

Zentralbibliothek

Flächen
  • Freihandbibliothek: 2.542,71 m²
  • Besprechungs- und Gruppenräume (in der Freihandbibliothek): 124,61 m²
  • Balkone (nicht öffentlich): 66,98 m²
  • Sanitärräume Publikum: 72,59 m²
  • Publikumsfläche gesamt: 2.806,89 m² (= 63,8 % von gesamt)
  • Publikumsfläche im Vergleich zur Zentralbibliothek an der Ostenallee: +ca. 175 %
  • Lagerräume: 545,16 m²
  • Verwaltungsräume: 827,91 m²
  • Funktionsflächen: 138,96 m²
  • Sonstige Verkehrs- und Wegeflächen: 80,34 m²
  • GESAMT : 4.399,26 m² [4.400 m²] Gesamtfläche im Vergleich zur Zentralbibliothek an der Ostenallee: + ca. 70%
Technische Ausstattung und Einrichtung der Zentralbibliothek

(mit Ausnahme Sortier- und Förderanlage nicht in den Baukosten enthalten):

Finanzierungsrahmen neue ZB
  • Sortier- und Förderanlage: 370.000.- €
  • RFID (incl.: Kassenautomaten + Konvertierung): 390.000.- €
  • Bibliotheksmobiliar: 540.000.- € [+ Wert des Altmobiliars, ca. 150.000 €]
  • Weitere Technik: 15.000.- €
  • Büroeinrichtung: 45.000.- €
  • Umzug: 40.000.- €
  • Gesamtrahmen: ca. 1.400.000.- €
(Haupt-)Partner der neuen Zentralbibliothek
  • Sortier- und Förderanlage: Gilgen Logistics
  • RFID (Hardware): Bibliotheca RFID
  • RFID (Chips): Easycheck 
  • Kassenautomaten: Crown Systems 
  • WLAN: Hotsplots 
  • Bibliotheksmobiliar: ekz 
    Lenk Bibliothekseinrichtung 
  • Motivpodest: Kameleon GmbH 
  • Leitsystem: Geschke Werbeagentur 
  • Umzug : Geuer International

Adresse und Kontakt

Zentralbibliothek Hamm

Innenansicht neue Zentralbibliothek
(Copyright: Stadtbüchereien Hamm)

Stadtbüchereien Hamm
Zentralbibliothek im Heinrich-von-Kleist-Forum
Willy-Brandt-Platz 3
59065 Hamm

Tel.: 02381/17-5751
Fax: 02381/17-2985

E-Mail: stadtbuecherei@stadt.hamm.de
Link zur Website

 

Leitung:

Dr. Volker Pirsich

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Neue Stadtbücherei Augsburg

Stadtbücherei Augsburg

Lichttrompeten (Copyright: Julia Schambeck, München)

(Stand: 06/2010)

Am 19. Juni 2009 wurde die Neue Stadtbücherei Augsburg offiziell eröffnet.

Der Weg dorthin war lang. Wiederholt waren die Mittel für den Neubau aus dem städtischen Haushalt gestrichen worden. Über ein Bürgerbegehren setzten die Bürger der Stadt schließlich die Realisierung des Neubaus durch. Buchhändler, Bibliothekare, Pädagogen und Privatpersonen sammelten innerhalb kürzester Zeit ca. 14.000 Unterschriften und erwirkten so den ausschlaggebenden Bürgerentscheid.

Auf einem bis dahin unbebauten Parkplatzgelände im Stadtzentrum befindet sich nun ein einladender moderner Neubau in Form eines aufgeschlagenen Buches. Auf 4.200 m² gibt es neben einem umfangreichen Angebot an Sachliteratur und Belletristik auch ein Literaturcafé und einen 130 m² großen, teilbaren Veranstaltungssaal. Der Saal ist wie ein moderner Konzertsaal mit einer Induktionsschleife ausgestattet, die es hörbehinderten Menschen ermöglicht, die Klänge in verbesserter Qualität über ihr Hörgerät zu empfangen.

Jugendlichen Bibliotheksnutzern steht eine eigene Jugendbücherei mit gemütlicher Sitzecke zum Entspannen zur Verfügung. Im selben Stockwerk befinden sich auch die Musikbibliothek und ein schallisolierter Musikübungsraum mit Klavier. Im Gebäude sind außerdem soziale Einrichtungen wie die Jugendinformation des Stadtjugendrings (tip), das Bündnis für Augsburg, das Kompetenzzentrum Familie und die Schwerbehindertenvertretung der Stadt angesiedelt.

Bei der Planung des Baus war vor allem auf eine sorgfältig durchdachte natürliche Lüftung und die intelligente Nutzung des Tageslichtes Wert gelegt worden. So besitzt die vollständig verglaste Südfassade lamellenartige Rollos, die sich selbsttätig der Lichtintensität entsprechend regulieren. Ein architektonisches Highlight ist das "Lichtauge" an der Decke über den freien Treppen im Foyer, durch dessen Lichtschächte, den "Lichttrompeten", zusätzliches Tageslicht fällt und den Raum wie durch Prismen erstrahlen lässt.

Unter dem Motto "für alle offen" stellt die Stadtbücherei somit einen attraktiven Treffpunkt für die Bürger Augsburgs dar, der funktional und ästhetisch zugleich ist. 

Daten zum Bibliotheksbau

Bibliothekstyp
Öffentliche Bibliothek

Bestandsgröße
140.000 ME

Öffnungszeiten
50 Std. pro Woche

Nutzfläche
4.950m²

Eröffnung
19.06.2009

Art der Baumaßnahme
Neubau

Baukosten
15 Mio. €

Einrichtungskosten
1,8 Mio. €

Architekt
Dr.-Ing. Stefan Schrammel

Technische Ausstattung und besondere Dienstleistungen

RFID mit vier Selbstverbuchungsgeräten, 24-h-Rückgabe mit 7-fach-Sortieranlage, 36 Internetarbeitsplätze, e-Ausleihe, außerdem Lesewerkstatt für Kinder und Gruppenraum 

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Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum der Humboldt-Universität zu Berlin

Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum der Humboldt-Universität zu Berlin

Leseterrassen (Grafik: Max Dudler)

(Stand: 01/2010)

Pünktlich zu ihrem 200-jährigen Bestehen bekam die Humboldt-Universität zu Berlin im Jahr 2009 mit dem Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum ein neues Gebäude für die Zentralbibliothek und den Computer- und Medienservice. Gemeinsam mit dem Erwin Schrödinger-Zentrum auf dem Campus Adlershof und den dezentralen Einrichtungen ist das Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum ein modernes Dienstleistungszentrum für Forscher und Studierende.

12 Zweig- und Teilbibliotheken aus den Bereichen Geistes- und Kulturwissenschaften sowie Sozial- und Wirtschaftswissenschaften wurden in das Gebäude integriert. Einen beträchtlichen Teil ihres Bestandes stellt die Bibliothek ihren Benutzern in systematischer Freihandaufstellung zur Verfügung: rund 1.500.000 Bände. Auf mehr als 20.000 Quadratmetern Nutzfläche stehen den Benutzern ca. 1.250 unterschiedlich gestaltete Arbeitsplätze zur Verfügung. Kernstück der Zentralbibliothek ist der große Lesesaal. Hier sind die Arbeitsplätze auf Terrassen angeordnet, die sich über vier Stockwerke erstrecken. Durch die verglasten Kassettenöffnungen im Dach dringt Tageslicht in den Raum ein.

Für Gruppenarbeiten stehen 10 Arbeitsräume bereit, für ungestörtes Arbeiten stehen 55 Einzelarbeitskabinen am Rande der Leseterrassen zur Verfügung. Bei Bedarf können spezielle Arbeitsplätze im Eltern-Kind-Bereich genutzt werden.

Die fast überall im Gebäude vorhandene drahtlose Netzanbindung ermöglicht flexibles Arbeiten mit dem eigenen Laptop. Zudem haben die Besucher die Möglichkeit, im betreuten PC-Pool und an zahlreichen freien Computerarbeitsplätzen zu arbeiten und können neben der fachlichen Beratung vielfältige Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Dazu gehört auch ein umfangreicher Kopier-, Druck- und Scanservice.

Die kostbaren historischen Bibliotheksbestände sowie die zum Teil einmaligen Spezialsammlungen können im Forschungslesesaal genutzt werden. Hier stehen 57 Arbeitsplätze zur Verfügung. In diesem gesonderten Bereich ist auch die Privatbibliothek der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm, der Namensgeber der Bibliothek, untergebracht.

(Quelle) 

Daten zum Bibliotheksbau

Bibliothekstyp
wissenschaftliche Bibliothek

Bestandsgröße
2.500.000, 2.400 laufende Zeitschriften

Hauptnutzfläche
20.296 m²

Eröffnung
12.10.2009

Art der Baumaßnahme
Neubau

Baukosten
75.500.000 €

Architekt
Max Dudler (Berlin, Zürich, Frankfurt)

Besondere Dienstleistungen
systematische Freihandaufstellung von ca. 1.500.000 Bänden, Ausleihe und Rückgabe von Medien in Selbstbedienung, drahtloser Netzzugang im ganzen Haus, Videoschnittplätze, Grafikbearbeitung, Videokonferenzen 

Adresse und weiterführende Informationen

Humboldt-Universität zu Berlin Universitätsbibliothek
Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum
Geschwister-Scholl-Straße 1/3
10117 Berlin
Tel.: +49 (0) 2093-99370
E-Mail: info@ub.hu-berlin.de
Link zur Website

Weitere Informationen zum Neubau:

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Zentralbibliothek der Stadtbücherei Frankfurt am Main

Stadtbücherei Frankfurt am Main

Der Haupteingang der Zentralbibliothek der Stadtbücherei Frankfurt / Main. Foto: Jean-Luc Valentin

(Stand: 07/2008)

In Frankfurt werden aus Banken auch schon mal Bibliotheken: Im neuen Gebäude der Frankfurter Zentralbibliothek war bis 2004 die Stadtsparkasse beheimatet. Das Gebäude wurde in nur zehn Monaten saniert, für die Stadtbücherei umgebaut und komplett eingerichtet. Größter baulicher Eingriff war die Anhebung der Decke in der ehemals zweigeschossigen Kassenhalle um ein weiteres Stockwerk. Die massiven Brüstungen wurden durch transparente Glaselemente ersetzt und die Galeriewände im 2. OG vollverglast. Die öffentlichen Bibliotheksbereiche befinden sich im Erd-, Unter- und 1. Obergeschoss. Das 2. OG beheimatet den Verwaltungstrakt, der mit seiner Glasfront den direkten Blick in die belebte Bibliothek erlaubt. Eine Erinnerung an die Bankenzeit findet sich im 1. UG: Im ehemaligen Tresorraum wurde das Selbstlernstudio angesiedelt. Die Original-Tresortür mit einem Gewicht von rund 4 Tonnen markiert heute den Eingang zum IT-Schulungsraum.

Verbindendes Element zwischen allen Stockwerken ist der markante, skulpturale Leseturm mit Lese-Nischen und Fahrstuhl. Der Turm in leuchtendem Magenta setzt einen starken farblichen Akzent, der in der gesamten Corporate Identity des Hauses aufgenommen wurde. Wände, Böden und Regale nehmen sich farblich zurück. Gelbe Farbflächen markieren wichtige Orte innerhalb der Bibliothek wie Informationsplätze und Ausleihe. Im Erdgeschoss befindet sich der großzügige Marktplatz als Reminiszenz an die in der Nachbarschaft befindliche Kleinmarkthalle, auf dem unterschiedliche Veranstaltungen, wie Lesungen, Vernissagen etc. stattfinden können.

Zum beliebten Treffpunkt wurde auch der Platz vor der Bibliothek. Für den barrierefreien Zugang zur Zentralbibliothek wurde das Bodenniveau angehoben. Der restaurierte Tugendbrunnen, Sitzbänke und ein der Bibliothek angegliederte Cafe verbreiten urbanen Charme. 

Daten zum Bibliotheksbau

Stadtbücherei Frankfurt am Main

Der "Leseturm" der Zentralbibliothek; Foto: Jean-Luc Valentin

Bibliothekstyp
Öffentliche Bibliothek

Bestandsgröße
230.000 Medieneinheiten

Fläche
7000qm, davon 4000qm Publikumsfläche

Eröffnung
19.09.2007

Art der Baumaßnahme
Umbau und Sanierung

Gebäudenutzung
Zentralbibliothek der Stadtbücherei Frankfurt am Main

Baukosten
25 Millionen €

Einrichtungskosten
1,89 Millionen €

Planung
Architekturbüros KSP Engel und Zimmermann

Technische Besonderheiten
Selbstlernstudio und IT-Schulungsraum, W-Lan-Zugang in ausgewiesenen Bereichen, über 200 Arbeitsplätze (größtenteils mit Laptopanschluss), kostenfreies Internet an 40 Stationen, Selbstverbuchung, Kassenautomat 

Adresse und weiterführende Informationen

Stadtbücherei Frankfurt am Main
Dr. Sabine Homilius (Amtsleitung)
Zentralbibliothek
Hasengasse 4
60311 Frankfurt am Main

E-Mail: zentralbibliothek@stadtbuecherei.frankfurt.de
Link zur Website

Weitere Informationen zum Neubau:

Roswitha Kopp, Sabine Prasch: "Gut angekommen: Erfahrungen der Zentralbibliothek der Stadtbücherei Frankfurt am Main im neuen Haus". In: BuB, Heft 60/2008, S. 496 - 497.

Vortrag von Jörn Hasenclever beim Hessischen Bibliothekstag 2008

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Bauhaus-Universität Weimar: Neubau Bibliotheks- und Hörsaalgebäude

Bauhaus-Universität Weimar, Bibliothek

Westfassade, Fotograf: Alexander Burzik (Bauhaus Universität Weimar)

(Stand: 12/2006)

In zentraler Lage auf dem Gelände einer ehemaligen Brauerei zwischen Schützengasse, Frauenplan, Brauhausgasse und Steubenstraße und somit in unmittelbarer Nachbarschaft zur bereits 1995 eröffneten Teilbibliothek Limona und dem 2002 fertiggestellten Medienzentrum der Bauhaus Universität Weimar, komplettiert der Neubau der Universitätsbibliothek mit Audimax dieses neue Campusareal.

Das zweiflügelige Gebäude fügt sich passgenau in die vorhandene Bebauungsstruktur und die komplizierten topographischen Gegebenheiten ein. Dabei entstanden drei verschiedenartige Platz- und Hofsituationen, die über Treppen und Wege mit dem Stadtraum verknüpft sind und vielfältige Möglichkeiten bieten, das Quartier zu durchqueren.

Am "Hochschulforum" zeigt die Bibliothek ihre Offenheit mittels einer gr0ßzügig verglasten Fassade und vermittelt das abstrakte Bild eines Bücherregals. Der y-förmige Grundriss (Trennung des öffentlichen und internen Bibliotheksbereiches) öffnet sich nach Norden und bildet eine intime tiefer liegende Hofsituation.

Die Büros der Bibliotheksverwaltung sind zur Rückseite des Frauenplans nach Südosten ausgerichtet. Das Gefälle von ca. 4 Metern wird für die großzügigen Eingangssituationen und Foyers der Bibliothek als auch eine Tageslichtbeleuchtung des Audimax genutzt.

Die Betonfassade ist mit einer dunkelgrauen Farbschicht überzogen. In den Foyers dominieren roher Estrich und weiß- bzw. graugestrichener Beton. Im Inneren ist die Bibliothek als auch der Hörsaal mit hellem, naturbelassenem Eichenholz ausgekleidet.

Text: Sylvelin Rudolf (Baureferentin)

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Daten zum Bibliotheksbau

Bauhaus-Universität Weimar, Bibliothek

Fachlesezone, Ebene +1, Fotograf: Alexander Burzik (Bauhaus Universität Weimar)

Bibliothekstyp:
Universitätsbibliothek

Bestandsgröße:
ca. 482.000 Bände, davon 197.000 Bände in Freihand, 285.000 Bände in geschlossenem Magazin

Fläche:
4.431 m2 HNF

Eröffnung:
25.10.2006

Art der Baumaßnahme:
Neubau

Gebäudenutzung:
Universitätsbibliothek und Audimax der Universität (418 Plätze)

Baukosten:
18 Mio Euro

Einrichtungskosten:
1,2 Mio Euro

Planung:
Andreas Meck (meck architekten), München
und Stephan Köppel (Architekt)/ Phase 1-4

Technische Besonderheiten:
240 öffentliche Leseplätze mit Datennetzanschluss, 98 davon mit PC-Clients ausgestattet , Zugang zu elektronischen Datenbanken, flächendeckend WLAN, PC-Pool mit 15 Multimediaplätzen u.a.  für Schulungen, 8 Carrels, 4 Gruppenarbeitsräume, 5 Kopier-/Druck- und Scanzonen, Sprühnebelanlage, Buchsicherungsanlage, Teilklimatisierung, vollklimatisiertes Sondermagazin 

Adresse und weiterführende Informationen

Bauhaus-Universität Weimar, Bibliothek

Bibliothekslounge, Ebene -1, Fotograf: Alexander Burzik (Bauhaus Universität Weimar)

Universitätsbibliothek der Bauhaus-Universität Weimar
Steubenstraße 6
99423 Weimar
Tel.: (03643) 58 28 10
Fax.:(03643)58 28 11
E-Mail: sekretariat@ub.uni-weimar.de
Link zur Website

Weitere Informationen zur Bibliothek und zum Neubau:

Informationen zum Neubau auf der Website der Uni Weimar

Bibliographie zum Neubau als PDF

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