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E-Books in Bibliotheken

Bücher erscheinen immer öfter auch in elektronischer Version. Nach einer Studie des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels erwirtschafteten Verlage im Jahr 2013 ein Zehntel ihres Umsatzes mit E-Books.
(Quelle)

Das verändert auch die Welt der Bibliotheken. Was ihre Nutzer immer stärker nachfragen, können Öffentliche Bibliotheken nur bedingt zur Verfügung stellen: die "Ausleihe" auch von elektronischen Büchern. Denn nicht nur die finanziellen, auch die rechtlichen Hürden für die elektronische "Ausleihe" in Öffentlichen Bibliotheken sind hoch. Öffentliche Bibliotheken können unter den derzeitigen Bedingungen nur die E-Books zur Ausleihe anbieten, bei denen der Verlag sein Einverständnis gegeben hat.

Inhaltsübersicht


Was sind E-Books?

Ein E-Book ist ein in elektronischer Form verfügbarer Inhalt, der zum Nachschlagen oder Lesen Geräte mit Bildschirm benötigt. E-Books werden in der Regel auf ein tragbares Gerät heruntergeladen (wie E-Reader, PCs, Handys, Smartphones oder Tablet-PCs).

Zunehmend werden auch andere Inhalte wie Filme, Hörbücher und Zeitschriften als digitale Version, als E-Medien, angeboten.


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Verbreitung von E-Books in Deutschland

Seitdem E-Books vor einigen Jahren auf den Markt gekommen sind, ist ihr Anteil kontinuierlich gestiegen. Mehr als die Hälfte aller Verlage haben sie mittlerweile im Programm. Am gesamten Buchmarkt haben die E-Books zwar immer noch einen bescheidenen Umsatz-Anteil: 2,4 Prozent waren es im Jahr 2012. Doch der Trend zeigt deutlich aufwärts: Im Jahr 2011 lag er noch bei 0,8 Prozent.
(Quelle)

Nach Angaben des Branchenverbands Bitkom haben im Jahr 2013 über 20 Prozent aller Bundesbürger elektronische Bücher gelesen, in 2012 waren es erst rund 11 Prozent. Der Anteil der E-Book-Nutzer in der Bücher lesenden Bevölkerung liegt nach BITKOM sogar bei fast 30 Prozent. E-Books sind demnach in der breiten Bevölkerung angekommen und haben sich zu einem Massenmarkt entwickelt.
(Quelle)

Auch die Bibliotheken spüren eine kontinuierlich steigende Nachfrage nach elektronischen Büchern, Zeitungen und Zeitschriften. Wissenschaftliche Bibliotheken bieten ihren Lesern schon seit geraumer Zeit vielfältige elektronische Inhalte an, und auch mehr und mehr Öffentliche Bibliotheken "verleihen" E-Books und andere E-Medien. Der Hauptanbieter elektronischer Lizenzen im Öffentlichen Bibliotheksbereich DiviBib GmbH verzeichnet 805 Öffentliche Bibliotheken in Deutschland, die die von ihr sogenannte "Onleihe" nutzen (Stand Januar 2014). 

Aus Sicht der Bibliotheken ist der E-Medien-"Verleih" für ihre Zukunft essenziell. Wenn zukünftig immer weniger analoge Medien genutzt werden, könnten Bibliotheken letztendlich reine Buchmuseen werden, zumal zunehmend kommerzielle Plattformen zur Vermietung von E-Medien auf den Markt drängen.


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Der "Verleih" von E-Books in Öffentlichen Bibliotheken

Die derzeitigen Probleme in Bezug auf den Verleih von E-Medien liegen für Öffentliche Bibliotheken vor allem in der fehlenden rechtlichen Grundlage und den schwer zu kalkulierenden finanziellen Rahmenbedingungen.

Rechtliche Situation beim Verleih analoger und digitaler Medien
Der Verleih analoger Medien in Papierform oder auf CDs / DVDs in Bibliotheken ist rechtlich eindeutig geregelt.

So ergibt sich aus den §§ 17 und 27 des Urheberrechtsgesetzes (UrhG) für Bibliotheken die Erlaubnis, Werke zu verleihen, die auf physischen Trägern wie Papier oder CD-ROM veröffentlicht werden. Dabei verliert der Urheber bzw. Rechteinhaber nach erstmaligem Verkauf im Gebiet der Europäischen Union sein Verbreitungsrecht (sog. "Erschöpfungsgrundsatz"). Für Bibliotheken ist demnach keine zusätzliche Genehmigung für den Erwerb und die anschließende Medienausleihe erforderlich.

Autoren und Verlagen steht als Entschädigung für durch Bibliotheksausleihen entgangene Einnahmen eine Vergütung zu - "Bibliothekstantieme" genannt - (§ 27 Abs. 2 UrhG und § 54 UrhG). Diese Vergütung wird von Bund und Ländern getragen. Die Ausleiherfassungen erfolgen stichprobenartig in jeweils wechselnden Bibliotheken. Diese werden von der Kultusministerkonferenz auf Vorschlag des Deutschen Bibliotheksverbandes e.V. (dbv) ausgewählt.

Bibliotheken erwerben analoge Medien alleine nach ihren eigenen Qualitätskriterien, ausgewählt bei ihren selbst gewählten Lieferanten. Sie sind dabei nur durch ihre finanziellen Ressourcen begrenzt. Somit können sie den freien Zugang zu Informationen für alle Bevölkerungsgruppen gewährleisten.

Im Gegensatz dazu ist der "Verleih" digitaler Medien durch Bibliotheken nicht gesetzlich geregelt.

Die oben dargestellten Paragraphen des Urheberrechtsgesetzes gelten ausschließlich für Werke, die auf physischen Trägern veröffentlicht sind. Für nicht-körperliche Formate wie PDF- oder EPUB-Dateien gilt nach Auffassung vieler Rechteinhaber der Erschöpfungsgrundsatz nicht.

Öffentliche Bibliotheken können damit nicht ohne weiteres auf dem freien Markt erhältliche E-Books für den "Verleih" an ihre Nutzer erwerben. Die Rechteinhaber können frei entscheiden, ob sie mit den Bibliotheken entsprechende Lizenzen abschließen – und falls ja, unter welchen Bedingungen. Für alle Arten der Nutzung von E-Books in Bibliotheken ist eine gesonderte Zustimmung des Rechteinhabers erforderlich.

In der digitalen Welt werden elektronische Werke in der Regel über eine Lizenzvereinbarung zur Verfügung gestellt, nicht länger käuflich erworben. Obwohl Ausleih-Plattformen wie die Onleihe der divibib GmbH oder die ciando library der Ciando GmbH bereits eine Vielzahl von Titeln mit den Verlagen verhandelt haben und Bibliotheken entsprechende Lizenzen zur Verfügung stellen, gibt es doch eine Reihe von Verlagen, die ihre E-Books nicht für Bibliotheken lizenzieren. So sind es derzeit die Verlage, die entscheiden, was von einer Bibliothek für ihre Nutzer zur Verfügung gestellt werden kann. Bibliotheken verlieren auf diese Art und Weise die Kontrolle über ihren unabhängigen und ausgewogenen Bestandsaufbau und das Bestandsmanagement. Der freie Zugang zu Informationen ist nach Ansicht vieler Bibliothekare so nicht mehr gegeben.

Da in manchen Bereichen zunehmend nur noch digital produziert wird, können Bibliotheken nicht unbedingt weiter auf physische Medien ausweichen.

Barbara Lison, Direktorin der Stadtbibliothek Bremen und Vorstandsmitglied des Deutschen Bibliotheksverbands e.V. (dbv) hat in einem Webinar zum Thema E-Books im November 2013 die provokative Frage gestellt: "Was passiert mit dem Informationsauftrag der Bibliotheken, wenn es als Erstausgabe NUR das E-Book gibt und der Verlag den Bibliotheken keine Lizenz dafür gibt?"
(Quelle; PDF, S. 53)

Finanzielle Rahmenbedingungen
Auch finanziell gibt es für Öffentliche Bibliotheken bei der "Ausleihe" von E-Medien einige Hürden zu nehmen.

Kosten der "E-Ausleihe" in Öffentlichen Bibliotheken
Um die Ausleihe von E-Books anbieten zu können, müssen Bibliotheken an mehreren Stellen investieren. Zunächst benötigen sie eine technische Grundausstattung, die je nach Größe und gewünschten Funktionen mehrere tausend Euro kosten kann. Diese Ausgaben sind unerlässlich, denn erst sie ermöglichen den Lesern, von der Internetseite der Bibliothek auf die Dateien zuzugreifen, die sie herunterladen wollen.

Zusätzlich zur technischen Infrastruktur muss die Bibliothek für jedes Medium, das sie über die elektronische Ausleihe anbieten will, eine Lizenz erwerben. Sie erwirbt damit die Zugriffsmöglichkeiten auf einen Datenpool.

Der Preis für eine Lizenz ist weitgehend frei verhandelbar, häufig an eine bestimmte Anzahl von "Ausleihen" gekoppelt. Die Dauer der Lizenzierung ist meistens zeitlich beschränkt. Dadurch wird das Angebot für eine Bibliothek häufig teurer als der Kauf eines gedruckten Buches.

Buchpreisbindung
Das E-Book ist für den Verbraucher im Hinblick auf die Anwendung der Buchpreisbindung den gedruckten Büchern gleichgestellt (§ 2 Absatz 1 Ziffer 3 BuchPrG, wonach: "Bücher im Sinne des Gesetzes alle Produkte sind, die Bücher substituieren und bei Würdigung der Gesamtumstände als überwiegend buchhandels- oder verlagstypisch anzusehen sind".

Da die Lizenzen für die Bibliotheksausleihe jedoch frei verhandelbar sind, verlangen einige Verlage höhere Preise für die Bibliotheksnutzung. Bibliotheken müssen für den Verleih häufig noch zusätzliche kostenpflichtige Rechte erwerben, die Endnutzer nicht benötigen (Verbreitung, Übertragung auf verschiedene Geräte etc.). Damit wird das ohnehin schon sehr enge Budget bei öffentlichen Bibliotheken noch weiter verknappt.

Mehrwertsteuer
Für gedruckte Bücher und Zeitschriften gilt der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von 7%, für elektronische Ressourcen gelten 19%. Der volle Mehrwertsteuersatz auf elektronische Informationsressourcen gleicht so einer Steuer auf Wissen.


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Praxis des E-Book-"Verleihs" in Deutschland

In Öffentlichen Bibliotheken funktioniert die E-Medien-"Ausleihe" technisch über Ausleihplattformen wie z.B. die Onleihe divibib GmbH aus Wiesbaden und die Ciando library der ciando GmbH aus München.

Da Bibliotheken für jedes Medium, das sie über die elektronische Ausleihe anbieten wollen, zuvor eine Lizenz erwerben müssen, müssen sie entweder selbst Lizenzverhandlungen führen oder sie nutzen die Dienste der Ausleihplattformen. Dabei verhandeln Unternehmen wie divibib GmbH und die ciando GmbH mit den Rechteinhabern. Die Bibliotheken können dann aus den bereitgestellten Datenbanken diejenigen Titel auswählen und entsprechende Lizenzen mit den Ausleihplattformen abschließen, die sie ihren Nutzern zur Verfügung stellen wollen. Die Bibliothekskunden haben anschließend die Möglichkeit, auf diese Titel über die Webseite der Bibliothek zuzugreifen. Den Forderungen der Verlage nach Urheberschutz wird seitens der Ausleihplattformen durch das Digital Rights Management (DRM) entsprochen.

Die Onleihe ist die größte deutsche Ausleihplattform für digitale Medien, die in knapp 1.600 Öffentlichen Bibliotheken in Deutschland angeboten wird (Stand: 2015). Nur bei der Bibliothek angemeldete Bibliotheksnutzer können über einen Online-Zugriff E-Medien ausleihen, online nutzen oder auf einen E-Book-Reader, Computer, Tablet-PC oder ein Smartphone herunterladen. Nach dem Download ist die Datei für einen bestimmten Zeitraum nutzbar.

Derzeit stehen bei der Onleihe ca. 125.000 Titel zur Verfügung (Stand: 2015).

Auch das Portal Ciando eBooks bietet bereits seit 2003 für wissenschaftliche Bibliotheken, seit 2011/12 auch für Öffentliche Bibliotheken insgesamt über 300.000 E-Book-Titel und über 1.000 digitale Hörbücher für den "Verleih" an. Anfang 2014 waren es ca. 100 Öffentliche Bibliotheken, die das Ciando Portal nutzen.

Kommerzielle Ausleih-Plattformen

Mittlerweile gibt es auch (kostenpflichtige) Vermietplattformen kommerzieller Anbieter wie z.B. Skoobe oder die Amazon "Kindle Leihbücherei", die sich nicht an Bibliotheken, sondern an private Kunden wenden. In welchem Umfang diese kommerziellen Plattformen mit dem Angebot Öffentlicher Bibliotheken konkurrieren, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschließend beurteilen.

  • Amazon.de: seit 10/2012
  • Skoobe: Endkundenportal Start in 02/2012, Gemeinschaftsunternehmen von Arvato, RandomHouse und Holtzbrinck
  • Paper C: Start im Frühjahr 2013 als Endkundenportal, Konzentration auf IT-Titel, digitale Lehrbücher und Fachbücher

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E-Book-"Verleih" in Öffentlichen Bibliotheken aus Sicht der Verlage

Viele Verlage sehen im E-Book-"Verleih" durch Bibliotheken keine besonderen Probleme. Manche Verlage und andere Rechteinhaber haben allerdings ernsthafte Bedenken bezüglich der "Ausleihe" von E-Books durch Bibliotheken. Sie stufen diese Aktivität bis hin zur Gefährdung ihrer Geschäftsgrundlage ein. Das Argument ist hierbei, dass Leser E-Books nicht mehr kaufen würden, wenn sie diese kostenlos "ausleihen" können. Die Konkurrenz wird dabei nicht nur zu Verlagsinteressen, sondern auch zum Buchhandel vor Ort gesehen.

So warnte im Jahr 2012 der Chef des britischen Filialisten Waterstones James Daunt: "Bibliotheken, die künftig ebenfalls E-Books verleihen, sind eine zerstörerische Kraft. Wenn man ein E-Book kostenlos herunterladen und lesen kann, warum sollte man es besitzen wollen?"
(Quelle)

In diesem Zusammenhang taucht häufig der Begriff der "Kannibalisierung" der Buchbranche durch die Bibliotheken auf.
(Interview mit Monika Ziller über den E-Book-"Verleih" in Bibliotheken)

Eine andere große Gefahr wird auf Verlagsseite auch darin gesehen, dass der "Verleih" von E-Books zu mehr Raubkopien führen könnte.
(Quelle)


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E-Books in Wissenschaftlichen Bibliotheken

Die dargestellten Probleme beziehen sich auf die Situation der E-Book-"Ausleihe" in Öffentlichen Bibliotheken, die sich beim Medienerwerb eher mit Publikumsverlagen als mit wissenschaftlichen Fachverlagen auseinandersetzen.

In wissenschaftlichen Bibliotheken stellt sich die Situation durchaus anders dar:

  • der geschlossene Nutzerkreis an wissenschaftlichen Bibliotheken ermöglicht beispielsweise, den Zugriff auf lizenzierte E-Books wesentlich nutzerfreundlicher über die IP-Ranges zu regeln und somit ohne nutzereinschränkende DRM-Einstellungen zu erlauben.
  • Wissenschaftliche Verlage sind viel mehr auf Bibliotheken angewiesen, denn die Bibliotheken an Universitäten und Forschungseinrichtungen sind die entscheidende Zielgruppe für spezialisierte Fachliteratur und Datenbanken.

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Forderungen und Aktivitäten des Deutschen Bibliotheksverbandes

Auf Bundesebene macht sich der Deutsche Bibliotheksverband e.V. (dbv) für die Belange der Bibliotheken und in dem Zusammenhang für eine Lösung der E-Book-Problematik stark.

Aus Sicht des Deutschen Bibliotheksverbandes müssen die Rahmenbedingungen für die Ausleihe von E-Books und E-Medien dringend rechtlich geklärt werden. Öffentliche Bibliotheken müssen rechtlich in die Lage versetzt werden, grundsätzlich jedes im Gebiet der Europäischen Union auf dem Markt erhältliche  E-Book zu erwerben und ihren Nutzern zur Verfügung zu stellen. Das Grundrecht aus Artikel 5 Grundgesetz "…sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert unterrichten zu können…", kann nur so gewährleistet werden.

Dass die Politik mittlerweile sehr für das Thema sensibilisiert ist, zeigt sich z.B. dadurch, dass bereits die Enquete-Kommission "Internet und digitale Gesellschaft" des Deutschen Bundestags empfohlen hat, die Verleihbedingungen für elektronische Werke denen der gedruckten Werke anzugleichen:
"Die Enquete-Kommission empfiehlt Bund und Ländern, öffentliche, insbesondere wissenschaftliche und schulische Bibliotheken durch ausreichende Grundfinanzierung darin zu unterstützen, stärker als bislang digitale Medien zur Nutzung bereit zu stellen. Die Enquete-Kommission empfiehlt zu diesem Zweck ebenfalls, die Verleihbarkeit digitaler Medien – entsprechend analoger Werke – sicherzustellen."
(Sechster Zwischenbericht der Enquete-Kommission "Internet und digitale Gesellschaft" vom 8.1.2013, PDF, S. 91)

Im aktuellen Koalitionsvertrag von SPD und CDU vom Dezember 2013 ist verankert, dass die Regierung in der nächsten Legislaturperiode prüfen wird, ob den Öffentlichen Bibliotheken gesetzlich das Recht eingeräumt werden sollte, elektronische Bücher zu lizenzieren. Diese Ergebnisse sind nicht zuletzt auf die intensive Lobbyarbeit des Deutschen Bibliotheksverbands zurückzuführen.

Forderungen des dbv

  • Aktualisierung des Urheberrechts mit dem Ziel der rechtlichen Gleichstellung des E-Book-Verleihs, um eindeutige Regelungen für faire Lizenzvergabemodelle zu schaffen.
  • Ausweitung der Bibliothekstantieme auf elektronische Werke, wenn den Bibliotheken im Gegenzug die gleichen Nutzungsrechte für elektronische wie für gedruckte Werke eingeräumt werden. Diese Entscheidung muss auf politischer Ebene getroffen werden, denn die gezahlte Summe der Bibliothekstantieme müsste entsprechend aufgestockt werden. Diese wird von Bund und Ländern gemeinsam entrichtet.
     
  • Gemeinsam mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels fordert der dbv den reduzierten Mehrwertsteuer-Satz für gedruckte Bücher beizubehalten und für E-Books einzuführen und die einheitliche Einhaltung der Buchpreisbindung.

Aktivitäten des dbv


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Internationale Entwicklung

Die begrenzte Lizenzierung von E-Books für Öffentliche Bibliotheken ist kein alleiniges deutsches Problem, sondern existiert sowohl auf europäischer wie auch auf internationaler Ebene.

Klaus-Peter Böttger, Direktor der Stadtbibliothek Essen und Präsident des Europäischen Bibliotheksverbandes EBLIDA,  bekräftigt, es sei überall die Aufgabe der Bibliotheken, allen Bürgern den ungehinderten Zugang zu Medien zu gewährleisten, in gedruckter wie elektronischer Form. Wenn die elektronischen Werke davon ausgenommen würden, hätte das dramatische Konsequenzen: "Die Welt würde zweigeteilt. Die eine wäre für all diejenigen zugänglich, die sich Informationen und Zugänge finanziell leisten könnten. Die andere Welt wäre für diejenigen, die sich mit einer musealen Ansammlung von physischen Werken begnügen müssten."
(Themendienst 9 im Rahmen von "Treffpunkt Bibliothek" 2013: Mit der Lizenz zum Lesen; zip-Datei)

EBLIDA
Die EBLIDA, der europäische Bibliotheksverband, will mit dem Verband der europäischen Verlage faire Modelle für die Lizenzvergabe vereinbaren.

Außerdem läuft die europaweite Kampagne "The right to e-read". Damit will EBLIDA europaweit in Bibliotheken auf die Problematik hinweisen. Zum 23. April 2014, dem  Welttag des Buches und des Urheberrechts, soll die Kampagne mit Pressekonferenzen in vielen europäischen Länden enden, die die Forderung nach dem Recht für alle Bürger Europas auf umfassende und frei zugängliche elektronische Information in Bibliotheken bekräftigen.

IFLA
Der internationale Bibliotheksverband IFLA hat sich des Themas "E-Lending" seit geraumer Zeit angenommen und bereits 2011 eine entsprechende Arbeitsgruppe eingerichtet. Diese hat u.a. ein Hintergrundpapier zum Thema veröffentlicht (April 2012), was in viele Sprachen übersetzt wurde sowie Expertentreffen und Seminare durchgeführt. Das Thema "E-Lending" ist Schwerpunktthema der IFLA für 2013-2015. 


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