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EU-Förderprogramme 2014-2020

HORIZON 2020 - EU-Forschungsförderung

ERASMUS+ - EU-Bildungsförderung

KREATIVES EUROPA - EU-Kulturförderung 

Europa für Bürgerinnen und Bürger

 

Hintergrundinformationen

Förderung von Europeana

Auf das bisherige Förderprogramm für die Europeana, das „Competitiveness and Innovation Framework Programme“ (CIP - Rahmenprogramm für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation) folgte das „Programme for the competitiveness of Enterprises and SMEs“, kurz: COSME. Dieses Programm für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und für kleine und mittlere Unternehmen ist mit 2,5 Milliarden Euro ausgestattet. Dabei handelt es sich in erster Linie um ein Wirtschaftsförderungsprogramm, bei dem die Hauptbegünstigten bestehende und künftige Unternehmer (insbesondere von kleinen und mittleren Unternehmen) sowie nationale, regionale und lokale Behörden sind. 

Künftig wird der Förderbereich "Kulturelles Erbe – Europeana" jedoch nicht mehr Teil des COSME-Programms sein, sondern im Rahmen von „Connecting Europe Facility“ (CEF) gefördert werden. Dabei handelt es sich um das neue Infrastrukturprogramm der EU, welches die Nachfolge des Programms Transeuropäische Netzwerke (TEN) antritt. Es unterteilt sich in drei Unterprogramme für die Sektoren Verkehr, Energie und Telekommunikation. Für die Förderperiode von 2014 bis 2020 wird für das Unterprogramm Telekommunikation „CET- Telecom“ ein Budget in Höhe von ca. 1,14 Mrd. Euro zur Verfügung stehen.

Der Zugang zum digitalen Erbe Europas über eine digitale Infrastruktur wird von der Europäischen Kommission als eines der Kernprioritäten im Bereich Telekommunikationsdienste definiert. Um das volle Potential von Europeana auszuschöpfen, soll die existierende digitale Infrastruktur weiter ausgebaut und verbessert werden. Durch die Unterstützung der EU über CEF soll die Europeana zu einer Plattform weiterentwickelt werden, die neben kulturellen Inhalten auch den Zugang zu Instrumenten, Technologien, Projekte und anderer Serviceangebote bietet. Übergeordnetes Ziel ist es zudem, bis 2020 bis zu 100 Millionen Objekte über die Europeana zugänglich zu machen.

Das veranschlagte Budget für das Jahr 2014 für die Finanzierung der „Core Service Platform“ lag bei 8,9 Mio. Euro und wird in den Jahren 2015 und 2016 fortgeführt werden. Der Charakter einer institutionellen Förderung ist damit deutlich erkennbar.

Weitere Informationen zum Thema auf dem Bibliotheksportal finden sich hier.

Beratung zu den einzelnen Förderprogrammen

Horizon2020:

ERASMUS+:

KREATIVES EUROPA

Reform der EU-Regionalpolitik 2014-2020: Fokus auf vier Prioritäten

325 Milliarden Euro, rund ein Drittel des gesamten EU-Haushalts, fließen von 2014 bis 2020 in die regionale Entwicklung. Neu ist: die Investitionen werden künftig auf vier Schlüsselbereiche konzentriert.

Der Regionalausschuss des Europäischen Parlaments hat am 11. Juli 2013 den Kompromiss zur Reform der EU-Kohäsionspolitik für 2014-2020 bestätigt. Schlüsselelemente der Reform sind nach Angaben der Kommission:

  • Gemeinsame Vorschriften für alle fünf europäischen Struktur- und Investitionsfonds: Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), Europäischer Sozialfonds (ESF), Kohäsionsfonds, Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und der Europäische Meeres- und Fischereifonds

  • Fokus auf vier Schlüsselbereiche der Europa 2020-Strategie: Zwischen 50% und 80% der EFRE-Mittel sind reserviert für Maßnahmen zur Förderung von Forschung und Entwicklung, der digitalen Agenda, der Wettbewerbsfähigkeit von kleinen und mittleren Unternehmen KMU und des Übergangs zu einer Wirtschaft mit geringem CO2-Ausstoß.

  • Im Bereich Wirtschaft mit geringem CO2-Ausstoß müssen mind. 12% bis 20% für Energieeffizienz und erneuerbare Energien verwendet werden.

  • Mitgliedstaaten und Regionen müssen die Investitionsziele klar definieren, Fortschritte messen und die Ergebnisse mitteilen.

In der Förderperiode 2007-2013 standen Deutschland für die Kohäsions- und Strukturpolitik insgesamt 26,3 Milliarden Euro zur Verfügung. In der neuen Förderperiode müssen die Bundesländer mit erheblichen Kürzungen rechnen. So stehen Deutschland von 2014 bis 2020 im Bereich Strukturpolitik nur noch 17 Milliarden Euro aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung EFRE und dem Europäischen Sozialfonds zur Verfügung. Zuständig für die Verteilung der Mittel aus dem EFRE sind die Bundesländer, die dazu "operationelle Programme" erstellen.

Weitere Informationen finden Sie hier und hier.

Der Mehrjährige Europäische Finanzrahmen (MFR)

Eine Billion Euro – der Haushaltsrahmen der EU für 2014–2020

Am 19.11.2013 hat das Europäische Parlament für den mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) der EU für den Zeitraum von 2014 bis 2020 gestimmt. Im Dezember 2013 folgte dann die endgültige Verabschiedung durch den Rat. Die intensiven Verhandlungen, die seit der Vorlage der Kommissionsvorschläge am 29. Juni 2011 geführt wurden, konnten damit nach zweieinhalb Jahren abgeschlossen werden.

Der Mehrjährige Finanzrahmen legt fest, wie viel Geld von 2014 bis 2020 für die einzelnen Politikbereiche wie EU-Projekte in den Bereichen Bildung, Forschung und Kultur (ERASMUS+, Horizon2020 und Kreatives Europa)oder für die regionale Förderung zur Verfügung stehen.

Die vom Europäischen Rat Anfang Februar 2013 vereinbarte Gesamthöhe des Mehrjährigen Finanzrahmens (MFR) 2014-2020 liegt bei 960 Milliarden Euro für 28 Mitgliedsstaaten. Um diese Summe zu relativieren: Sie entspricht lediglich einem Prozent des Bruttonationaleinkommens der gesamten EU-Mitgliedsstaaten.

Mehr Geld für Forschung und Bildung
Der Bereich „Wettbewerbsfähigkeit für Wachstum und Beschäftigung“, der unter anderem die beiden großen Rahmenprogramme für Forschung und für Bildung beinhaltet, ist der einzige Haushaltsbereich, der eine deutliche Steigerung erfährt.

ERAMUS+: Das neue EU-Bildungsprogramm
Im neuen EU-Bildungsprogramm ERASMUS+ sind zur Förderung von Qualifikationen und Beschäftigungsfähigkeit Mittel von nahezu 15 Mrd. EUR vorgesehen (d. h. real 40 % mehr als bisher). Aus dem Programm werden mehr als 4 Millionen Menschen Zuschüsse erhalten, um im Ausland studieren, eine Ausbildung absolvieren, arbeiten oder eine Freiwilligentätigkeit ausüben zu können

Zwei Drittel der Gelder sind für Bildungsmöglichkeiten im Ausland für Einzelpersonen vorgesehen (sowohl innerhalb der EU als auch darüber hinaus). Die übrigen Mittel werden zum einen für Partnerschaften zwischen Bildungseinrichtungen, Jugendorganisationen, Unternehmen, lokalen und regionalen Behörden sowie Nichtregierungsorganisationen eingesetzt, zum anderen für Reformen zur Modernisierung der allgemeinen und beruflichen Bildung sowie für Innovation, Unternehmertum und Beschäftigungsfähigkeit.

HORIZON2020: Das neue EU-Forschungsprogramm
Die von der EU finanzierten Forschungs- und Innovationsvorhaben werden stärker als bisher zur Verbesserung der Lebensqualität der Menschen in Europa und zur Wettbewerbsfähigkeit der EU beitragen. Das neue Forschungs- und Innovationsprogramm Horizont 2020 ist mit fast 80 Mrd. EUR dotiert. Gegenüber dem aktuellen Finanzrahmen werden die Mittel somit real um ca. 30 % erhöht.

HORIZON2020 soll auch dabei helfen, die großen Herausforderungen für die moderne Gesellschaft zu bewältigen, zu denen neben dem Klimawandel und der Entwicklung nachhaltiger Verkehrs- und Mobilitätsstrukturen auch günstigere Preise für erneuerbare Energien, die Lebensmittelsicherheit und die Sicherheit im Allgemeinen oder die Problematik der immer älter werdenden Bevölkerung gehören.

Die internationale Zusammenarbeit hat im Rahmen von Horizont 2020 einen hohen Stellenwert. Für die Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen werden im Zeitraum 2014–2020 über 6 Mio. EUR und damit 30 % mehr als bisher für Mobilitätsmaßnahmen von Forschenden aufgewendet. Für das Europäische Innovations- und Technologieinstitut (EIT) werden 2,7 Mrd. EUR im Zeitraum 2014–2020 bereitgestellt, um Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen besser zu vernetzen.

KREATIVES EUROPA: Das neue EU-Kulturprogramm
Kultur, Kino, Fernsehen, Musik, Literatur, darstellende Kunst und kulturelles Erbe in Europa sowie verwandte Bereiche profitieren von der verstärkten Förderung im Rahmen des neuen Programms „Kreatives Europa“. Mit nahezu 1,5 Mrd. EUR (real 9 % mehr als derzeit) soll das Programm in den nächsten sieben Jahren der Kultur- und Kreativbranche, die eine wichtige Quelle für Beschäftigung und Wachstum darstellt, Auftrieb geben. Die Kulturhauptstädte Europas, das europäische Kulturerbe-Siegel, die Europäischen Tage des Denkmals und die fünf europäischen Preise (Preis der Europäischen Union für das Kulturerbe/Europa-Nostra-Preis, der Preis der Europäischen Union für zeitgenössische Architektur, Literaturpreis der Europäischen Union, European Border Breakers Awards, MEDIA-Preis) werden ebenfalls mit Mitteln aus dem Programm „Kreatives Europa“ gefördert.

Weniger Geld für die Strukturfonds
Eine gegenüber der Förderperiode 2007-2013 siebenprozentige Kürzung erfährt dagegen der Bereich „Wirtschaftlicher, sozialer und territorialer Zusammenhalt“. Diese Rubrik beinhaltet die Strukturfonds, also den Europäischen Sozialfonds (ESF) sowie den Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und damit die Programme für Territoriale Zusammenarbeit (INTERREG). In einigen Bundesländern wird darüber auch der Kultursektor gefördert, so dass auch dieser von der Kürzung betroffen sein kann.

Insbesondere der Osten Deutschlands muss sich vermutlich auf eine sinkende EU-Förderung im Bereich der EU-Strukturfonds um maximal ein Drittel einstellen. Der Fokus der Strukturfonds liegt in Zukunft nicht mehr auf der Infrastruktur, sondern auf der Wirtschaftsförderung mit Unternehmensgründungen und der Umsetzung von Geschäftsideen.

Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)
Investitionen im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) werden auf vier Schlüsselprioritäten konzentriert: Innovation und Forschung, digitale Agenda, Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) und CO2-arme Wirtschaft. Auf diese Sektoren werden rund 100 Mrd. EUR entfallen; davon sollen mindestens 23 Mrd. EUR die Umstellung auf eine CO2-arme Wirtschaft fördern helfen (Energieeffizienz und erneuerbare Energien).

Europäischer Sozialfonds (ESF)
Der Europäische Sozialfonds (ESF) soll einen signifikanten Beitrag zu den EU-Prioritäten im Bereich der Beschäftigung leisten, zum Beispiel in Form von Schulungen und lebenslangem Lernen, Bildung und sozialer Inklusion (mindestens 20 % der ESF-Mittel in jedem Mitgliedstaat müssen für die Förderung dieser Ziele ausgegeben werden). Die ESF-Zuteilungen erfolgen gemäß den Bedürfnissen jedes Mitgliedstaates, wobei ein vordefinierter Mindestbetrag gilt, was insgesamt mindestens 70 Mrd. EUR ergibt.

Anteile der Ausgabenbereiche am EU-Finanzrahmen 2014-2020:

  • Strukturpolitik: 39%
  • Agrarpolitik: 34%
  • Forschung und Technologie: 13%
  • Außenpolitik: 6%
  • Verwaltung: 6%
  • Unionsbürgerschaft: 2%

Weitere Informationen finden Sie hier und hier.

Europäische Förderperioden: 7-Jahrespläne zur besseren Planbarkeit

Europäische Förderperioden verlaufen in Zeiträumen von sieben Jahren. Für eine Förderperiode werden die insgesamt verfügbaren Haushaltsmittel, die globalen Ziele und die Verteilung auf die verschiedenen Politikbereiche definiert. Der Vorteil für Antragsteller liegt in der hohen Transparenz und besseren Planbarkeit, da die Schwerpunktförderung durch Generaldirektionen der EU für mehrere Jahre bekannt sind und es in diesem Zeitraum in vielen Bereichen wiederholte Antragsmöglichkeiten gibt.

In der vergangenen Förderperiode, die 2007 begann und bis Ende 2013 gültig war, waren insgesamt 975 Mrd. Euro an Fördermitteln für sieben Jahre und 27 EU-Mitgliedsstaaten sowie weitere Drittstaaten (unter bestimmten Voraussetzungen) verfügbar.

Redaktion und Kontakt

Carina Böttcher
Tel: (030) 644 98 99 - 19
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