Produkte und Dienstleistungen
Das Produkt ist eines der wichtigsten Elemente des Marketings. Es ist Bestandteil der 4P´s und sollte für eine effektive Strategie auf die Bedürfnisse der Kunden abgestimmt sein. In Bibliotheken orientieren sich alle Angebote vor allem an den Informationsbedürfnissen der Kunden. Aber was sind die konkreten Produkte von Informationseinrichtungen? Die Ausleihe von Büchern oder auch Schulungsveranstaltungen, etc.?
Inhaltsübersicht
Der Produktbegriff
Aus betriebswirtschaftlicher Sicht werden die Güter "Information" und "Dienstleistung" als Produkte von Bibliotheken definiert. Diese beinhalten allerdings einige Schwierigkeiten bei ihrer Vermarktung. Informationen sind nicht "anfassbar", nicht veräußerbar und können im ökonomischen Sinn nicht gemessen werden. Außerdem ist ihr Wert schwer und nur relativ ungenau zu bestimmen. Informationen sind ein Vertrauensgut. Der Käufer muss dem Verkäufer einen Vertrauensvorschuss geben, da er beim Erwerb die Qualität nicht bewerten kann. Auch die mit Informationen verbundenen Dienstleistungen sind durch ihre Eigenschaften ökonomisch schwer zu bestimmen. Informationsdienstleistungen sind ebenfalls immateriell und verlangen eine Vertrauensbasis zwischen den Akteuren. Eine weitere Schwierigkeit ist die Tatsache, dass verschiedene Personen an ihnen beteiligt sind und ihre Qualität situationsabhängig beeinflussen können.
Wissen als Produkt?
Ähnlich verhält es sich auch mit dem Begriff "Wissen", der im Zusammenhang mit den PISA-Studien neue Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit erhalten hat. Bibliotheken gelten von jeher als Vermittler und Anbieter von Wissen. Generell wird darunter die Anwendung und Umsetzung von Informationen auf neue Zusammenhänge z.B. Forschungsbereiche, verstanden.
Produkt und Marketing
Weil diese Produktdefinitionen sehr abstrakt sind, werden als Vermarktungsträger andere Parameter herangezogen. Dies kann z.B. die Bestandsgröße einer Bibliothek sein. Die Erweiterung des Bestandsumfanges ist in so einem Fall Ziel einer Marketingkampagne. Für öffentliche Bibliotheken wird hingegen die Effektivität häufig an den Ausleihzahlen gemessen.
Zunehmende Bedeutung in Marketingstrategien erhalten vor allem Veranstaltungen jeglicher Art. Ausstellungen, Schulungen oder Bildungsveranstaltungen wie Lesungen oder Vorträge können dazu dienen, neue Kundengruppen anzusprechen und auf die Angebote der Bibliothek aufmerksam zu machen. Veranstaltungen fallen aus der Vermarktungsperspektive in die Kategorie "Dienstleistungen".
Links
- Naumann, Ulrich: Die Bibliothek im Wettbewerb: Neue Entwicklungen des Bibliotheksmanagements
http://www.ub.fu-berlin.de/~naumann/potsdam.htm
Neue Entwicklungen im Bibliotheksmanagement sowie Einzelaspekte des Managements in Bibliotheken werden im Vortrag erläutert. - Die Bibliothek als "Tankstelle" in der Informationsgesellschaft - von Helsinki nach Würzburg von Hannelore Vogt (2002)
http://www.bertelsmann-stiftung.de/cps/rde/xbcr/SID-0A000F14-587C12AE/bst/Vogt_Tankstelle_Informationsgesellschaft.pdf
Durch das Internet entstehen neue Wege und Chancen mit dem Kunden in Kontakt zu treten. - Die Öffentliche Bibliothek als realer und virtueller Ort. von Conny Äng, Henk Das, Allison Dobbie, Susan Kent (2001)
http://kommforum.difu.de/upload/files/beitraege_aufsaetze/216/Bibliotheken_Bertelsmann.pdf
- Future-oriented Internet-based services in public libraries : a survey with examples. von Rolf Hapel, Volker Pirsich, Thierry Giappiconi (2001)
http://www.public-libraries.net/html/x_media/pdf/Future_oriented_Internet.pdf - Produktorientiertes Management in der Öffentlichen Bibliothek von Arend Flemming (1999)
http://www.bibliothek-saur.de/1999_3/383-387.pdf
Grundsätze des outputorientierten Managements
Redaktion
Die Texte wurden im Wintersemester 2006/07 von einem Seminar an der FH Potsdam unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Hobohm erarbeitet.
Redaktionsteam "Einführung Bibliotheksmanagement"
