Personalmotivation
Personalmotivation ist eine der zentralen Führungsaufgaben. Ziel der Personalmotivation ist es, über ein Anreizsystem die Motivation und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter zu steigern. Eine grundsätzliche Unterscheidung ist diejenige zwischen monitären (extrinsischen) und nichtmonitären (intrinsischen) Anreizen. In der Praxis wurden in Bibliotheken verschiedene Arbeitsplatzmodelle, Systeme zur Arbeitsgestaltung bzw. zur Arbeitsplatzorganisation entwickelt, die sich an unterschiedlichen Motivationsmodellen orientieren. Sie sollen vor allem die Bereitschaft zum selbstständigen Arbeiten der Mitarbeiter steigern, die Schaffung von qualifizierten und verantwortungsvollen Tätigkeitsbereichen gewährleisten, sowie die Mitgestaltung und Mitentscheidung bei innerbetrieblichen Prozessen fördern.
Inhaltsübersicht
Bedürfnisse
Materielle Reize reichen längst nicht mehr aus, um die Motivation der Mitarbeiter zu erhöhen. Aktuelle Untersuchungen motivierender Faktoren belegen, dass selbstständiges Arbeiten, qualifizierte und verantwortungsvolle Tätigkeitsbereiche sowie die Mitgestaltung und Mitentscheidung weitaus motivierender sind als materielle Anreize.
Diese Entwicklung ergibt sich im Spannungsfeld von Bedürfnissen und ihrer Befriedigung, wie aus der Bedürfnispyramide nach Maslow hervorgeht.
In unserer Gesellschaft sind die unteren drei Stufen, die so genannten Mangelbedürfnisse, in aller Regel erfüllt. Heutzutage liegen die Bedürfnisse auf den beiden oberen Ebenen der Bedürfnispyramide, den Wachstumsbedürfnissen.
Entsteht ein Missverhältnis zwischen einem Bedürfnis und seiner angestrebten Befriedigung, entwickelt sich daraus ein Motiv, welche zum Motor jeglichen Handelns werden kann.
Motivation
Die Motivation steuert also das Verhalten.
Vereinfacht dargestellt bedeutet dies:
Motiv ⇒ Verhalten ⇒ Ziel
Dabei werden intrinsische und extrinsische Motivation unterschieden.
Von intrinsischer Motivation wird gesprochen, wenn ein Verhalten ohne äußere Anreize aus einem eigenen Interesse gesteuert wird. Es ist damit kontinuierlich und langfristig angelegt. Die extrinsische Motivation basiert dagegen auf äußeren Einflüssen wie positiven und/oder negativen Sanktionen. Sie scheint zunächst leichter beeinflussbar zu sein. Langfristig gesehen führt sie jedoch nicht zu einer eigenständigen Handlungskontinuität der Mitarbeiter.
Hieraus ergibt sich für das Führungspersonal, sich die Überzeugungen und Ziele der einzelnen Mitarbeiter bewusst zu machen und diese wenn möglich (z.B. durch verschiedene Arbeitsplatzmodelle) in die Personalführung zu integrieren. Ein Leitsatz könnte dabei sein: „Verändere nie, erweitere immer“.
Extrinsisch motivierte Veränderungen sind zu berücksichtigen, jedoch langfristig kaum Erfolg versprechend.
Arbeitsplatzmodelle
Der Einsatz von verschiedenen Arbeitsplatzmodellen ist eine Möglichkeit, die Verhaltensbereitschaft zum selbstständigen Arbeiten der Mitarbeiter zu steigern. Zudem steigert es die Verantwortungsbereitschaft und die Abwechslung, was mehr Arbeitsfreude und Motivation zur Folge hat.
- Job enlargement: Arbeitserweiterung; Abhilfe gegen Spezialisierung und Monotonie
- Job enrichment: Bereicherung durch anspruchsvolle Tätigkeitsfelder; erweiterte Verantwortungsbefugnisse; Steigerung der Leistungsbereitschaft
- Job rotation: periodischer Stellenwechsel
- Job sharing: Besetzung einer Vollzeitstelle mit mehreren Teilzeitkräften; gemeinsame Verantwortung für Arbeitserfüllung
Kommunikation
Ein weiteres nicht zu unterschätzendes Mittel ist eine gute Kommunikation zwischen dem Führungspersonal und den Mitarbeitern und unter den Mitarbeitern. Fühlt sich ein Mitarbeiter in die betrieblichen Abläufe integriert und gebraucht, kann dies auch zur Motivationssteigerung am Arbeitsplatz führen. Für die Erhöhung der Leistungsbereitschaft sind persönliche Gespräche von Vorteil. Persönliche Kommunikation fördert den Kontakt unter Kollegen und damit das Betriebsklima. Eine Studie der Bertelsmannstiftung zeigt, dass Bibliotheken mit deutlich höherem Besprechungsanteil deutlich niedrigere Krankmeldungsquoten aufweisen als Bibliotheken mit weniger Austausch.
Links und Literatur
- Mitarbeitermotivation in Bibliotheken von Yvonne Bauer, FBI, FH Köln
http://www.fbi.fh-koeln.de/institut/papers//kabi/volltexte/band009.pdf
Um einen Einblick in die Mitarbeitermotivation in Bibliotheken zu bekommen zeigt Bauer die Situation einzelner Bibliotheken aller Stufen. Vorab wird dazu auf die theoretische Darstellung der Motivationsfaktoren eingegangen. - Kompetenzen für Arbeit in Netzwerken an Öffentlichen Bibliotheken von Konrad Umlauf, HU Berlin
http://www.ib.hu-berlin.de/~kumlau/handreichungen/h97/
Der Fokus liegt auf den Aspekten der Kompetenzen, die erfolgreiches Arbeiten in Netzwerken für Management- und Führungsqualifikationen, für Entwicklungskompetenz, soziales und gesellschaftsbezogenes Handeln, für fachlich-methodisches Wissen benötigt - Kompetente Mitarbeiter - neue Anforderungen in der Bibliothek von Josephine Bryant und Kay Poustie (2001) (Internationales Netzwerk Öffentlicher Bibliotheken der Bertelsmann Stiftung)
http://www.bertelsmann-stiftung.de/cps/rde/xbcr/SID-0A000F14-50EB9663/bst/Kompetente%20Mitarbeiter.pdf
Redaktion
Die Texte wurden im Wintersemester 2006/07 von einem Seminar an der FH Potsdam unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Hobohm erarbeitet.
Redaktionsteam "Einführung Bibliotheksmanagement"

