Suche auf bibliotheksportal.de
 

Personalmotivation

Personalmotivation ist eine der zentralen Führungsaufgaben. Ziel der Personalmotivation ist es, über ein Anreizsystem die Motivation und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter zu steigern. Eine grundsätzliche Unterscheidung ist diejenige zwischen monitären (extrinsischen) und nichtmonitären (intrinsischen) Anreizen. In der Praxis wurden in Bibliotheken verschiedene Arbeitsplatzmodelle, Systeme zur Arbeitsgestaltung bzw. zur Arbeitsplatzorganisation entwickelt, die sich an unterschiedlichen Motivationsmodellen orientieren. Sie sollen vor allem die Bereitschaft zum selbstständigen Arbeiten der Mitarbeiter steigern, die Schaffung von qualifizierten und verantwortungsvollen Tätigkeitsbereichen gewährleisten, sowie die Mitgestaltung und Mitentscheidung bei innerbetrieblichen Prozessen fördern.

Inhaltsübersicht

Bedürfnisse

Materielle Reize reichen längst nicht mehr aus, um die Motivation der Mitarbeiter zu erhöhen. Aktuelle Untersuchungen motivierender Faktoren belegen, dass selbstständiges Arbeiten, qualifizierte und verantwortungsvolle Tätigkeitsbereiche sowie die Mitgestaltung und Mitentscheidung weitaus motivierender sind als materielle Anreize.

Diese Entwicklung ergibt sich im Spannungsfeld von Bedürfnissen und ihrer Befriedigung, wie aus der Bedürfnispyramide nach Maslow hervorgeht.

In unserer Gesellschaft sind die unteren drei Stufen, die so genannten Mangelbedürfnisse, in aller Regel erfüllt. Heutzutage liegen die Bedürfnisse auf den beiden oberen Ebenen der Bedürfnispyramide, den Wachstumsbedürfnissen.

Entsteht ein Missverhältnis zwischen einem Bedürfnis und seiner angestrebten Befriedigung, entwickelt sich daraus ein Motiv, welche zum Motor jeglichen Handelns werden kann.

Motivation

Die Motivation steuert also das Verhalten.
Vereinfacht dargestellt bedeutet dies:

Motiv ⇒ Verhalten ⇒ Ziel

Dabei werden intrinsische und extrinsische Motivation unterschieden.

Von intrinsischer Motivation wird gesprochen, wenn ein Verhalten ohne äußere Anreize aus einem eigenen Interesse gesteuert wird. Es ist damit kontinuierlich und langfristig angelegt. Die extrinsische Motivation basiert dagegen auf äußeren Einflüssen wie positiven und/oder negativen Sanktionen. Sie scheint zunächst leichter beeinflussbar zu sein. Langfristig gesehen führt sie jedoch nicht zu einer eigenständigen Handlungskontinuität der Mitarbeiter.

Hieraus ergibt sich für das Führungspersonal, sich die Überzeugungen und Ziele der einzelnen Mitarbeiter bewusst zu machen und diese wenn möglich (z.B. durch verschiedene Arbeitsplatzmodelle) in die Personalführung zu integrieren. Ein Leitsatz könnte dabei sein: „Verändere nie, erweitere immer“.

Extrinsisch motivierte Veränderungen sind zu berücksichtigen, jedoch langfristig kaum Erfolg versprechend.

Arbeitsplatzmodelle

Der Einsatz von verschiedenen Arbeitsplatzmodellen ist eine Möglichkeit, die Verhaltensbereitschaft zum selbstständigen Arbeiten der Mitarbeiter zu steigern. Zudem steigert es die Verantwortungsbereitschaft und die Abwechslung, was mehr Arbeitsfreude und Motivation zur Folge hat.

  • Job enlargement: Arbeitserweiterung; Abhilfe gegen Spezialisierung und Monotonie
  • Job enrichment: Bereicherung durch anspruchsvolle Tätigkeitsfelder; erweiterte Verantwortungsbefugnisse; Steigerung der Leistungsbereitschaft
  • Job rotation: periodischer Stellenwechsel
  • Job sharing: Besetzung einer Vollzeitstelle mit mehreren Teilzeitkräften; gemeinsame Verantwortung für Arbeitserfüllung

Kommunikation

Ein weiteres nicht zu unterschätzendes Mittel ist eine gute Kommunikation zwischen dem Führungspersonal und den Mitarbeitern und unter den Mitarbeitern. Fühlt sich ein Mitarbeiter in die betrieblichen Abläufe integriert und gebraucht, kann dies auch zur Motivationssteigerung am Arbeitsplatz führen. Für die Erhöhung der Leistungsbereitschaft sind persönliche Gespräche von Vorteil. Persönliche Kommunikation fördert den Kontakt unter Kollegen und damit das Betriebsklima. Eine Studie der Bertelsmannstiftung zeigt, dass Bibliotheken mit deutlich höherem Besprechungsanteil deutlich niedrigere Krankmeldungsquoten aufweisen als Bibliotheken mit weniger Austausch.

Links und Literatur

Nach oben

Redaktion

Die Texte wurden im Wintersemester 2006/07 von einem Seminar an der FH Potsdam unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Hobohm erarbeitet.
Redaktionsteam "Einführung Bibliotheksmanagement"