Suche auf bibliotheksportal.de
Die RSS-Feeds des Bibliotheksportals
 

SWOT-Analyse

Bei der SWOT-Analyse handelt es sich um eine erweiterte Form der Stärken-Schwächen-Analyse.

Die SWOT-Analyse ist ein Marketinginstrument, das der Strategieentwicklung dient und die Beziehungen zwischen einem Unternehmen und seiner Umwelt darstellt.

Die SWOT-Analyse dient häufig als Frühwarnsystem und zeigt auf, wie externe Chancen genutzt werden können, um interne Schwächen zu kompensieren. Die SWOT-Analyse ist eine Methode des strategischen Marketings und demzufolge Grundlage vieler Marketingstrategien. Sie dient einerseits der Positionsbestimmung der Bibliothek auf dem Markt, andererseits identifiziert sie möglichen Handlungsbedarf und verhilft der Bibliothek dazu, sich auf die wichtigsten Einflussfaktoren konzentrieren zu können.[1] Die Durchführung der SWOT-Analyse basiert auf der Gegenüberstellung von internen Stärken (Strengths) sowie Schwächen (Weaknesses) und externen Chancen (Opportunities) sowie Risiken (Threats).

Übersicht SWOT-Analyse

SWOT-Analyse nach Zingel

Quelle: eigene Darst. nach Zingel 2003 , S.4.

Vorgehensweise

Die SWOT-Analyse verbindet die Ergebnisse der Untersuchung der bibliotheksinternen Stärken und Schwächen mit der Bewertung von Chancen und Risiken, die sich aus dem Umfeld der Bibliothek ergeben. Dabei können die Ergebnisse einer zuvor durchgeführten Stärken-Schwächen-Analyse als Grundlage für die Erstellung der SWOT-Matrix genutzt werden und um Chancen und Risiken aus dem Bibliotheksumfeld ergänzt werden.[2] Die sogenannte SWOT-Matrix ermöglicht es, Stärken und Schwächen sowie Chancen und Risiken gegenüberzustellen, um daraus Strategien ableiten zu können.

Vorlage zum Download (pdf-Datei)
Vorlage zum Download (Word-Datei)

Die folgende SWOT-Matrix wurde mit Beispielen aus dem Bibliotheksbereich ausgefüllt. 

Beispiel einer SWOT-Analyse

Beispiel einer SWOT-Analyse

Quelle: Eigene Darst. nach Zingel (2003), S. 4.

Besonders zu beachten ist die strikte Trennung von externen Chancen und internen Stärken. Dies gehört zu den häufigsten Fehlerquellen bei der Durchführung der SWOT-Analyse. Zudem ist zu beachten, dass eine SWOT-Analyse Zustände und keine Strategien beschreibt. Strategien werden erst auf der Ergebnisgrundlage der Matrix abgeleitet.

Aus den bisher gesammelten und in der SWOT-Matrix dargestellten Ergebnissen können nun Strategien für die Bibliothek abgeleitet werden. Es gibt vier verschiedene Strategietypen:

  • Strengths + Opportunities: Bei S-O-Strategien geht es darum, Strategien zu entwickeln, die zeigen, wie sich Chancen durch Stärken der Bibliothek nutzen lassen.
  • Strengths + Threats: Bei S-T-Strategien geht es darum, Strategien zu entwickeln, die zeigen, welche bibliotheksinternen Stärken genutzt werden können, um externe Risiken abzuwenden.
  • Weaknesses + Opportunities: Bei W-O-Strategien geht es darum, Strategien zu entwickeln, die zeigen, wie externe Chancen genutzt werden können, um interne Schwächen zu kompensieren.
  • Weaknesses + Threats: W-S-Strategien unterstützten Bibliotheken dabei, „Verteidigungspläne“ zu entwicklen, um sich vor externen Risiken und den Auswirkungen interner Schwächen zu schützen. Sie dienen häufig als Frühwarnsystem. 

Im Beitrag verwendete Literatur

Seidler-de Alwis, Ragna (2012): Markt- und Wettbewerbsanalyse für Bibliotheken. In: Georgy, Ursula; Schade, Frauke: Praxishandbuch Bibliotheks- und Informationsmarketing. Berlin: De Gruyter Saur, S. 135 - 158.

Zingel, Harry (2003): Produktlebenszyklus und strategisches Marketing. PDF-Datei. (Abruf: 28.06.2012)


Nach oben

Fußnoten

[1]  Vgl. Seidler de Alvis (2011),  S. 18

[2]  Vgl. Zingel (2003);  S. 4-6

Nach oben

Text

Dorothee Böhringer und Hanna Rehm
in Kooperation mit Prof. Frauke Schade (HAW Hamburg)